Über mich

Informatikerin aus Überzeugung bin ich immer gewesen. Mit Senioren und Digitalisierung beschäftige ich mich noch nicht so lange, aber mich fasziniert das Thema. Aber immer eins nach dem anderen:

Viele Jahre habe ich, auch als die Kinder klein waren, habe ich mit Begeisterung als Expertin in der Telekommunikationsindustrie gearbeitet. Eines Tages wachte ich auf, und hatte endlich Zeit: Aufgrund einer Umstrukturierung braucht mich der Arbeitgeber nicht mehr, und die 3 Töchter sind auch erwachsen… und da ist mir „Netz-Omi“ zugefallen.

Da habe ich – zunächst aus familiären Gründen – begonnen, mich mit Senioren und Digitalisierung zu beschäftigen. Trotz aller berechtigter Kritik an Datenschnüfflern oder Digitalisierung als solcher überwiegen für mich die Vorteile der technischen Entwicklung.  Für mich und für andere möchte ich hier Rosinen picken – und ich glaube, dass es gerade für Senior*Innen eine Reihe interessanter Rosinen gibt.

Smartphone und Senioren

Der erste Schritt zur Digitalisierung des Alltags heißt ganz profan Smartphone und Alltag.

Im Familienkreis und in der Nachbarschaft fiel mir plötzlich auf, dass Smartphone und  Tablet, Android und iOS, auch bei den Senioren und Seniorinnen ein Thema sind. So ungefähr in dem Sinne: Die Senior*Innen sehen, dass Kinder und Enkeln ganz locker auf den kleinen Geräten wischen und damit eine Menge erreichen. Kinder und Enkel verstehen nicht mehr so richtig, wie man ohne das Ding leben kann. Dann kommt irgendwann ein eigenes Gerät ins Haus.

Und jetzt wird es kritisch: So selbsterklärend ist ein Smartphone dann halt doch nicht, und jetzt kommt ganz leicht der Frust. Wenn es dann aber funktioniert, dann kommt auch wohlverdienter Stolz über das Erreichte:

Auch Senioren tut es irrsinning gut, zu merken, dass sie noch fit genug sind, etwas Neues zu lernen!

Die lokale Lösung

Berlin, Haus Eichkamp: Senioren online

(c) Siedlerverein Eichkamp e.V.

Meine lokale Antwort ist ein Arbeitskreis in unserem Nachbarschaftshaus: Zwischen sechs und zehn Frauen treffen sich, um sich ihr Smartphone oder Tablet genauer anzuschauen. Ein sehr gemütliches Format!

Ein besonderes Erfolgserlebnis ist es, wenn eine ihrem Enkel etwas Neues zeigen konnte .. und das passiert immer wieder.

Mir macht es ungeheuer Spaß, den Netz-Omi's zu helfen, sich mit ihrem Smartphone anzufreunden und es souverän zu benutzen.

Die große Lösung

Die große Lösung wären viele solcher Arbeitskreise oder Großmutter/Enkel-Tandems, oder, oder, … – Davon träume ich. Und damit ihr von meinen Erfahrungen profitiert, habe ich die Netz-Omi-Büchlein erfunden: Anleitungen für Smartphone/iPhone, speziell für Senioren und Einsteiger, die es in einer Version für Android, und in einer für iPhone gibt.

Wichtig war mir: kein Fachchinesisch, nur das Nötigste, aber das zum nachlesen. Um die drei typischen Probleme

  • ich verstehe nicht, was mir der Enkel erklärt
  • der Enkel erklärt zu viel
  • ich vergesse alles wieder und habe nichts zum Nachlesen

zu lösen, beschreibe ich nur Telefonieren, Adressbuch und WhatsApp. Wer das kann, kann schon eine ganze Menge. Das Ergebnis sind kleine Büchlein, die überhaupt nicht nach Technik aussehen, und sich großartig als Mitbringsel  oder als kleines Geschenk für Großmütter eigenen.

Smartphone Anleitung für Senioren bestellen

Mit den Büchlein helfe ich Familien, Vereinen oder Nachbarschaften, ihre Senior*Innen mitzunehmen in die neue Welt des mobilen Internets.

Die Perspektive

Weil das Problem vom Internet erzeugt wurde, dann soll das Internet es doch auch lösen! Ich suche intensiv nach einem Weg für seniorengerechtes eLearning.

Ich habe schon eine sehr gute Idee und bin super gespannt auf eure Reaktion!

Das Echo

BPW 2017Ein erstes Businessmodell, das die Idee von Netz-Omi beschrieb, kam in der ersten Runde des Businesswettbewerbs Berlin-Brandenburg 2017 auf den 5. Platz. Inzwischen konnte ich einige konkrete Erfahrung sammeln, und der Ansatz wird immer klarer.

 

 

 

 

Digitalisierung und Senioren

Smartphone und Tablet sind nur ein erster Schritt. Und dieser Schritt bietet bereits gewaltige Möglichkeiten. Das beginnt mit ganz einfachen Dingen:

Ich kenne inzwischen mehrere alleinlebende Frauen, die mit ihren Kindern verabredet haben, vormittags kurz eine WhatsApp auszutauschen, damit alle wissen, dass alles ok ist. Es geht weiter mit Video-Telefonie (Skype, Facetime) mit Kindern und Enkeln und Austausch mit dem Sport- oder Wanderverein.

Reisen und Fitness – geistig und körperlich – sind genauso ein Thema wie Ausgleich von beginnenden körperlichen Einschränkungen. Hier fällt mir sofort das Diktieren von Texten ein, das schon ziemlich gut funktioniert und eine Menge Zeit sparen kann. Extrem beeindruckend war eine Beratung beim Blindenverein (ABSV ), wo man mir gezeigt hat, dass jemand, der nahezu vollständig blind ist, die vollständige Funktionalität seines iPhone nutzen kann, und zwar ohne behindertengerechte Erweiterungen. Wow!

Ortungsfunktionen und Smarthome eröffnen neue Perspektiven, um länger selbstständig wohnen zu bleiben. Demenzkranke lassen sich über intelligente Kuscheltiere (Roboterrobbe Paro) noch ansprechen, auch wenn sonst kaum noch etwas geht.

Ihr merkt, dass ich auf dem Wege bin, ein InformatikExperte für Senioren und Digitalisierung zu werden, und ich finde es sehr spannend.

SeniorInnen und Digitalisierung

Ihr habt längst gemerkt, dass netz-omi sich besonders an Frauen wendet. Warum das?

Als Informatikerin frage ich mich ein Leben lang, wo die anderen Frauen sind. Warum sind nur 10% der Informatikstudenten weiblich? Als Mutter von drei Töchtern war es mir wichtig, dass ihnen keiner ihre mathematisch/naturwissenschaftlichen Fähigkeiten ausredet – Das Thema Frauen in Naturwissenschaft und Technik verfolgt mich also „schon immer„.

Und jetzt ist es wieder da. Auf Grund der unterschiedlichen Lebenserwartung gibt es mehr Seniorinnen als Senioren. Und den Seniorinnen ist ein Leben lang erklärt worden, dass sie Computer und Technik nicht können (Staubsauger und Waschmaschine sind keine Technik). Und jetzt sollen sie plötzlich ein Smartphone oder ein Tablet benutzen?

Senior*Innen als digitale Analphabeten? Wollen wir das?

Wer heute zur Altersgruppe 65+ gehört, gehört zur „Generation Telefon“. Dies ist die Technologie, mit der ihr bisher alles erreicht. Leider wird das immer schwieriger, denn für mehr und mehr Dienstleistungen wird selbstverständlich angenommen, dass man sie auf dem Laptop, Tablet oder Smartphone selbst erledigt.

Das ist euch, liebe Senior*Innen, noch ziemlich ungewohnt, oder auch unheimlich. Plötzlich seid ihr auf die Hilfe eurer Kinder oder Freunde angewiesen.

Liebe Angehörige, euch kommt das Thema bekannt vor? Aber es selbst zu erklären, oder zu unterstützen, da fehlt euch die Geduld und die Zeit?

Liebe Frauen,  Mütter und Töchter, ist euch schon aufgefallen, dass das wir hier über ein Problem sprechen, dass mehr Frauen als Männer betrifft? Nicht nur, dass es in der Altersstufe 70+ mehr Frauen als Männer gibt. Vor allem geht es ja um Technik und das haben wir ja noch nie gekonnt.

Netz-Omi: Experte für Senior*Innen und Digitalisierung

Internet verständlich

Das Projekt heißt „Netz-Omi“ – Frauen, fühlt euch angesprochen! Sagt, wo ihr anders lernt! Sagt, was euch Spaß macht. Das Logo soll das Ziel verdeutlichen: Es soll so selbst gestrickt aussehen – um auszudrücken, dass hoffentlich irgendwann die Nutzung von Tablet oder Smartphone durch Seniorinnen so selbstverständlich ist, wie heute stricken und ein interessantes Thema in der Kaffeerunde. Das wäre doch was: Die Fotos vom Enkelkind zeitnah auf dem Handy der Freundin zu zeigen!

Was ist digitale Selbstständigkeit?

Unter „digitaler Selbstständigkeit“ verstehe ich die Fähigkeit, sich zu trauen, gemäß den eigenen Interessen vom Internet zu profitieren, und bei Problemen zu wissen, wer einem helfen kann. Digitale Selbstständigkeit für Senior*Innen wird immer wichtiger, weil die Digitalisierung der Gesellschaft immer schneller geht.

Was tut Netz-Omi?

Kurse, Einzelunterricht, Kleingruppen

In der Nachbarschaft gebe ich Kurse für Anfänger und Senioren, als Einzelunterricht/Kleingruppen. Dabei lernen nicht nur die Teilnehmer, sondern auch ich: Die Teilnehmer werden routinierter mit ihrem Smartphone/Tablet, und ich lerne jedes Mal dazu, wie ich es am besten erkläre, wie wir am besten üben, welche Geschwindigkeit passt. Also ein sehr konkreter Schritt zu mehr digitaler Selbstständigkeit für Senior*Innen – bei dem wir auch sehr viel Spaß haben!  (mehr Details)

Lern- und Übungsbuch

Wenn ich eine neue Sprache lerne, ist es völlig selbstverständlich, dass ich mir ein Lehrbuch kaufe. Bei einer Sprache ist es auch selbstverständlich, dass ich üben muss, um Wortschatz und Grammatik zu automatisieren.

Obwohl es Senioren schwerer fällt, sich mit dieser neuen Technik anzufreunden und jeder das Gefühl hat, alles sofort wieder zu vergessen: Unterichtsunterlagen oder gar „Lern- und Übungsbücher“ sind unüblich.

Smartphone Anleitung für Senioren bestellenEs gibt zahlreiche Bücher xxx für Senioren, aber sie sind eher zum Nachschlagen, als zum Lernen.

Deshalb habe ich angefangen, kurze, zielgerichtete Anleitungen für Senioren und Seniorinnen zu schreiben, die Netz-Omi-Büchlein. Das macht viel Spaß und hilft viel! Jedenfalls verbreiten sie sich über Mund-zu-Mund-Propaganda weiter… und das ist das schönste Kompliment für diese Arbeit!

Mein Traum ist es, dass generationsübergreifende Tandems, z.B. Omi und Enkelin, es zusammen lesen und an das konkrete Gerät anpassen. Dann erklärt die Enkelin nicht zu schnell und nicht zu viel, und die Omi kann es noch mal nachschlagen – und dann fängt Omi auch an, sich aktiv im Familien-Chat zu beteiligen!

Und für Folgebänder habe ich jede Menge Ideen.

Karte mit Internet-Trainer*Innen

Senioren ins Internet - TrainerkarteDeutschlandweit gibt es viele engagierte Trainer*Innen, die sich auf die Unterstützung von Senior*Innen im Internet spezialisiert haben:
Ein kompetenter Ansprechpartner in der Nähe ist ein wichtiger Baustein für die digitale Selbstständigkeit. In einer Kleingruppe und durch Einzelunterricht lokal vor Ort lernt man/frau in der eigenen Geschwindigkeit und gemäß den eigenen Interessen. Außerdem ist ein lokaler Ansprechpartner wichtig, wenn Probleme auftreten – und das tun sie immer irgendwann bei jedem, völlig altersunabhängig. Ziel ist es, dass man mit 2 Klicks die Telefonnummer eines kompetenten Partners findet.

Blog zum Informationsaustausch

Es gibt viele Informationen und zum Thema. Alltagsinternet ist eine grenzenloses Thema. Zeit, darüber einen Blog zu schreiben!