Kurzurlaub in Thüringen, Spaziergang im kühlen wunderschönen Schwarzatal. Ich schaue zufällig auf den Waldboden. Dort liegt Smartphone. Es ist noch recht neu, und irgendjemand wird es sicher vermissen. Es sind viele Radfahrer, vorallem mit Mountainbikes unterwegs. Und wenn man querfeldein fährt, da kann das Smartphone schon mal aus der Trikottasche fallen. Das ist mir auch auf der Straße schon passiert.

Aber: Was tun als ehrlicher Finder?

Smartphone gefunden – was tun?

Ich schalte es an, und schaue auf Display und Ladeanzeige: Leider finde ich keine Nachricht an den Finder. Außerdem ist der Akku fast leer. Weil ein Smartphone mit leerem Akku nicht mehr erreichbar ist, nehme ich es mit und hänge es im Hotel erstmal an mein Ladegerät. und hoffe, dass sich der Besitzer meldet.

Wie hätte sich der Besitzer bemerkbar machen können?

Er könnte anrufen, erkönnte sich selbst einen SMS oder Whatapp schicken. Wenn er richtig gut wäre, würde er einfach Google’s Smartphone-Suche benutzen. Damit hätte er gewußt, wo sich sein Smartphone befindet, und eine Nachricht an den Finder auf das Display schicken können..

Handyortung

Handy Ortung

Wie das genau geht, habe ich in diesem Blog schon mal beschrieben – schließlich verschlampe ich meine Geräte auch immer mal wieder. Falls du nachlesen willst: Klick einfach auf das Bild:

Ich hätte ihn auch erreichen können, wenn er  Notfallkontakte in Notfallausweis seines Smartphones eingetragen hätte.Leider hatte er das auch nicht getan.

Was kann ich noch tun?

Was jetzt noch möglich gewesen wäre: Direkt nach dem Fund konnte ich noch sehen, dass das Smartphone im Vodafone (D2)-Netz eingebucht war. Ich hatte daher kurz die Idee, die SIM-Karte auszubauen, und auf dem Serviceportal von Vodafone einzugeben. Leider gibt es diese Möglichkeit nicht. Ich hätte mit dem Smartphon in den nächsten Vodafone-Shop gehen müssen. Überraschung, Überraschung: vor Ort gibt es so etwas nicht!

Das beste, was Google mir dann noch vorschlug, war das Fundbüro – und genau das habe ich auch getan. Das Smartphone liegt jetzt im Fundbüro von Bad Blankenburg – auch wenn ich große Zweifel habe, dass der Besitzer auf die Idee kommt, dort nachzufragen.

Und was lernen wir daraus?

Jugend schützt nicht vor Ahnungslosigkeit!

Die Apps, die munter weiter Nachrichten auf den Bildschirm schickten, lassen darauf schliessen, dass der Besitzer eher jünger als 30 ist, als älter als 60. Ein „Digital Native“ also, der sich auch ziemlich dämlich verhalten hat und so eine neues Smartphone im Wert von ca. 200 EUR verloren hat. Und immerhin hat er nur sein Smartphone verloren. Wäre er auf dem Rad schwer verunglückt, hätten die Notfallretter nach Notfallkontakten gesucht und nicht gefunden. Das geht also besser.

Wie geht es besser?

Notfallkontakte habe ich eingetragen (und werde auch gelegentlich beschreiben wie man das macht), aber kann ich mich darauf verlassen, dass ein ehrlicher Finder diese Nummern findet? Ich glaube nicht. Da gefällt mir die Lösung von Heidi aus unserem Digitalcafé wesentlich besser: Sie hat als Sperrbildschirm ein Bild, auf dem steht: Lieber Finder, bitte anrufen bei ….. Zugegeben: Total uncool, sehr Netz-Omi-mäßig, aber höchst pragmatisch. Aber das kannst du selbst, und dem Finder machst du es damit sehr einfach, dir dein Gerät zurückzugeben. Und mit Kindern, Enkel und Freunden kannst du auch mal darüber sprechen, wie sie das machen.

Sperrbildschirm mit Rückgabe-Telefonnummer

Android

(getestet mit Android 9).

Du ruftst die Einstellungsapp auf und suchst dort nach Sperrbildschirm (oder wählst im Menü den Eintrag Sicherheit & Standort und dann Sperrbildschirm. Dort findest du einen Menüpunkt Sperrbildschirmnachricht. Bitte auswählen. Hier kannst du einen Text eingeben (z.B. Lieber Finder, bitte ruf 04711 4712 an), speichern, fertig.

Bei älteren Androidversionen kann es sein, dass die Menüpunkte Sicherheit, Infos zum Eigentümer heissen. Es kann also gut sein, dass du etwas suchen musst. Wenn du überhaupt nichts findest, dann musst du es wie beim iPhone machen und deine Telefonnummer fotografieren und als Sperrbildschirm benutzen. Wie das geht, hatte ich hier schon mal beschrieben.

Zum Testen schalte dein Smartphone aus und wieder an. Unter der Uhrzeit erscheint jetzt dein Text.

iPhone

Das iPhone hat keine Sperrbildschirm nachricht. Daher machen wir das anders:

Du nimmst dir ein Blatt Papier und einen Stift, und schreibst deinen Text auf diese Papier – z.B. Lieber Finder, mich erreichst du unter ….:- und fotografiest ihn dann. Bitte gleich als Hochformat, damit du ihn später nicht mehr drehen musst: Außerdem fotografiere so, dass du etwas Rand darum hast – dann kannst du es hinterher besser einpassen.

Smartphone gefunden Zettel

so sieht mein Zettel aus

 

Du hast deinen Zettel fotografiert. Jetzt ruftst du dein Fotoalbum auf: Du errinnerst dich: Das Blümchen-Symbol:

photo gallery

Fotogalerie aufrufen

Als jüngstes Foto findest du das Foto von deinem Zettel. Durch Antippen machst du es groß,Jetzt merkst du, warum es wichtig war, gleich im Hochformat zu fotografieren:

Smartphone gefunden iPhone 01

Du musst es jetzt nur noch auf den Sperrbildschirm bringen: Unten links in der Ecke das Teilen-Symbol.

ios export

Das tippst du an. Es wird großer, und darunter sind diverse Symbol. Diesen Bildschirm wischst du solange hoch, bis du den Punkt „als Hintergrund“ siehst und auswählst.

Dir siehst jetzt die Vorschau, d.h. du siehst, wie es später einmal als Sperrbildschirm aussehen wird. Mit zwei Fingern kannst du das Foto bewegen und skalieren.  Du scheibst und vergrößert jetzt solange, bis die Nummer, die angerufen werden soll, gut lesbas ist.  Wenn es gut leserlich ist, tippst du auf sichern. Es erscheint das nächste Menü, auf dem du Sperrbildschirm auswählst. Fertig. Jetzt musst du nur noch testen: Mache deine iPhone aus und wieder an – kann man die Nummer lesen? Wenn – wie bei mir – beim ersten Mal die Anzeige der Uhrzeit die Telefonnummer verdeckt, dann musst du nochmal nachbessern.

Und wie ging es weiter?

Heute: Telefonanruf eines Mädchens: Danke, dass sie mein Telefon abgegeben haben!  –

Ihre Mutter hatte Seriennummer/IMSI/Telefonnummer bei Vodafone und bei Samsung als verloren gemeldet. Das Fundbüro hat die SIM-Karte ausgebaut und beim Netzanbieter Vodafone und vielleicht auch bei Samsung nachgefragt – und so die Besitzerin herausgefunden.

Da hat aber einer — dank des Engagements eines Fundbüros – richtig Glück gehabt!