QR-Code als Speisekarte

Trotz Corona: Neulich bin ich mit der Bahn gefahren. Vielleicht geht es dir ähnlich: auf einer langen Bahnfahrt gehört für mich die Tasse Kaffee im Speisewagen einfach dazu – und auch dort haben die Corona-Hygieneregeln Spuren hinterlassen: Es gibt keine Speisekarte mehr.  Stattdessen liegt auf jedem Platz ein Set mit den Corona-Spielregeln und zwei schwarz-weißen Briefmarken:

Und der Speisewagen ist kein Einzelfall. Mindestens in Berlin gibt es eine Menge Restaurants, in denen die Speisekarte aus Hygienegründen durch so eine schwarz-weiße Briefmarke abgelöst wurde. Und jetzt? Entweder fragst Du den Kellner, was es gibt, oder du schaust dir die Speisekarte auf deinem Smartphone an.

Als Vorspeise etwas Theorie

Der Name ‚QR-Code‘

Diese schwarz-weißen Briefmarken heißen QR-Code.  QR steht für „Quick Response“ – also für schnelle Antwort.

Der Vorgänger: der Strichcode im Supermarkt

DIe Vorgängertechnologie zum QR-Code kennen wir alle: Im Supermarkt trägt jedes Produkt einen Strichcode, der an der Kasse eingelesen wird. Der Strichcode wird von der Kasse in die Zahlenfolge übersetzt, die auch unter den Strichen steht. Das geht viel schneller als die manuelle Eingabe der langen Nummer, die lieder auch manchmal notwendig ist. Aus der langen Zahlenreihe ermittelt die Kasse den Preis.

Durch die Festlegung einer eindeutigen Zahlenreihe für jedes Produkt (Das Beispiel ist der Strichcode des Netz-Omibüchleins über WhatsApp für Android und steht dort auf der Rückseite) und ihrer maschinenlesbarer Codierung reicht es z.B. bei Büchern, einmal den Preis für ein Buch zentral einzugeben und so die Buchhandlungen zu entlasten.

Was steht in einem QR-Code?

QR CodeMit der Ausbreitung des Internets wurden die Internetadresse immer länger und es wird immer mühsamer, eine lange Internetadresse manuell korrekt einzugeben. Gleichzeitig hat die Smartphonenutzung drastisch zugenommen. Damit hatte fast jeder immer einen Kamera in der Hand.  Es war daher naheliegend, nach einer Möglichkeit zu suchen, mit der man eine lange Internetadresse maschinenlesbar – d.h. Smartphone-Lesbar – verschlüsseln kann. Die Lösung sind diese schwarz-weißen Briefmarken: das sind alles maschinenlesbarer Internetadressen. Das Beispiel rechts ist die Adresse von Netz-Omi.de, codiert als QR-Code.

Und praktisch?

Was hat der QR-Code jetzt mit der Speisekarte zu tun?

Um nicht ständig Speisekarten desinfizieren zu müssen, haben viele Restaurants – wie die Speisewagen der Deutschen Bahn – ihre Speisekarten ins Internet gestellt. Bei den meisten waren sie das sowie schon – manche machen das direkt als Internet-Seite, bei anderen muss man eine pdf-Datei herunterladen.

DIe Internet-Adresse, unter der man die Speisekarte findet, ist als QR-Code verschlüsselt. Dann wurde sie ausgedruckt und auf den Tisch gelegt. Um sie zu entschlüsseln und zu lesen, brauchst Du jetzt dein Smartphone und Zugriff über das Internet – entweder über mobile Daten oder über ein WLAN.

Die Bahn hat das auch für die Anwesenheitsliste gemacht. Die Anwesenheitsliste ist der linke QR-Code, der für die Speisekarte steht auf der rechten Seite.

Wie geht das auf dem iPhone?

integrierter QR ScannerDafür öffnest du die Kamera-App und richtest die Kamera auf das Quadrat. Wenn die App gemerkt hat, dass sie einen QR-Code lesen soll, erscheint ein Rahmen um das Quadrat. Damit die Kamera-App den QR-Code entschlüsseln kann, muss sie ihn scharf stellen.

Das dauert einen Moment und dann wird die Internet-Adresse, die geöffnet werden soll, oben im Bildschirm angezeigt. Du tippst auf diese Meldung, und dann öffnet sich die Internetseite, deren Adresse im QR verschlüsselt war.

Und unter Android?

Bei Android-Smartphones ist das gerätespezifisch.Manche Hersteller haben wie Apple einen QR-Scanner in die Kamera integriert. Das bekommst du am einfachsten durch Probieren heraus. Versuche es einmal mit deiner Kamera-App. Starte die Kamera, richte sie auf einen QR-Code und schau, ob irgendetwas passiert.

Wenn das auf deinem Smartphone nicht funktioniert, dann musst du dir dafür eine App installieren. QR-Scanner-Apps gibt es leider wie Sand am Meer. Ich würde dir die von Kaspersky (->Link zum Playstore) empfehlen: Bei meinen Versuchen war sie sehr schnell, werbefrei (oder wenigstens werbearm) und scannte die Seite, auf die der Link verweist, auf Schadsoftware.

Noch mehr zu QR-Codes

Ich hätte da noch einen älteren Artikel zu gleichen Thema – dort finden sich mehr Beispiele und ein nettes Video:
QR Code Scanner