Endlich ist sie da: die offiziele deutsche Corona-Warn-App!
Hast du sie schon installiert? Ich schon. Warum?

Was tut die Corona-Warn-App eigentlich?

Erstmal solltest Du grob verstehen, was die Corona-Warn-App macht:

Ganz grob gesagt

Die Corona-Warn-App läuft auf deinem Smartphone so vor sich hin. Wenn sie „Kollegen“ bemerkt -- d.h. wenn sie merkt, dass in der Nähe ein anderes Smartphone befindet, auf der die Corona-Warn-App auch läuft -- dann tauschen sie eine kleine Notiz aus.  Beide merken sich, dass sie sich getroffen haben.

Solltest du nun das Pech haben, positiv auf Corona getestet zu werden, dann bekommst du von deinem Arzt eine magische Zahl (einen „Code“). Wenn du den bei dieser App eingibst, bekommen alle diese „Kollegen“, die sich deine App gemerkt hat, diese Information und können ihren Besitzer informieren.

Wichtig ist dabei

  • Diese Notizen werden auf deinem Smartphone gespeichert
    -- also nicht irgendwo auf einem Regierungsrechner, der sonst irgendetwas damit anstellen könnte.
  • Diese Notizen sind verschlüsselt und enthalten nur die Information, wer zu warnen ist
    Weder steht in diesen Notizen, wo du gewesen bist, noch die Telefonnummern der Smartphones, die du getroffen hast. Wenn dein Smartphone gestohlen ist, kann der Dieb mit dieser Information nichts anfangen.
  • Die Reaktion auf die Warnung ist freiwillig
    Wenn du gewarnt wirst, dass du dich mit Corvid-19 angesteckt haben könntest, bleibt es dir überlassen, was du mit dieser Warnung machst. Auch wenn es dreimal sinnvoll wäre, sich freiwillig in Quarantäne zu begeben: Es bleibt deine Entscheidung. Wir haben keine chinesischen Verhältnisse!

Falscher Alarm bleibt möglich

Die Corona-Warn-App benutzt die Bluetooth-Schnittstelle, um nach ihren Kollegen zu suchen. Weil diese Übertragung durch Glas hindurch durchgeht, kann sie nicht merken, ob zwischen ihr und ihrem Kollegen eine Glasscheibe ist. Solltest du infiziert sein, wird er auch gewarnt.

Fünf gute Gründe, die Corona-Warn-App zu nutzen

Ich erkläre Dir auch gerne, warum ich es getan habe, und warum ich der Überzeugung bin, dass du es auch tun solltest.

1. Die Corona.Warn-App ist gut für mich

Wenn ich informiert werde, dass ich mich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten habe, dann können mein Hausarzt und ich Krankheitssymptome viel besser zuordnen. Gegenenfalls wäre das auch ein guter Grund, sich testen zu lassen.

2. Ich schütze dadurch meine Familie und mein Freunde

Zu den gemeinen Eigenschaften von Corona gehört, dass man bereits hoch ansteckend sein kann, bevor Symptome auftreten. Nur wenn ich gewarnt bin, dass ich evt. infiziert bin, kann ich mich freiwillig in Quaratäne begeben, damit ich niemanden anstecke.

3. Niemand will eine „zweite Welle“:

Wenn das Gesundheitsamt heute informiert ist, dass du dich angesteckt hast, beginnen sie, dich nach deinen Kontakten der letzten 2 Wochen zu fragen und diese Kontakpersonen zu suchen. Nicht nur, dass es für dich verdammt schwer ist, dich an jeden, neben dem du in den letzten 2 Wochen gestanden hast, zu erinnnern -- es ist auch kein Knochenjob, allen hinterher zu telefonieren. Sobald in einem Ort wieder mehr Infektionen auftreten, kommt dies Verfahren an seine Grenzen. Dann laufen immer mehr Menschen herum, die das Corona-Virus unwissentlich weiter tragen.

Wenn so viele wie möglich von uns die Corona-Warn-App benutzen, dann ist dies Problem entschärft. Die Corona-Warn-App kann sich besser an deine Kontaktpersonen erinnern, und sehr viel einfacher warnen.

4. Mehr Freiheit für uns alle

Je besser die Warnungen durch die Corona-App funktionieren, desto einfacher läßt sich die Verbreitung von Corvid-19 kontrollieren. Es ist nicht schlimm, wenn irgendwo 1000 Leute für 2 Wochen nochmal in Quarantäne müssen -- wenn dafür alle anderen sich wieder persönlich treffen dürfen!

5. Die Corona-Warn-App nützt nur, wenn wir sie alle benutzen

Solange nur ich und du die Corona-Warn-App benutzen, hilft sie der Gesellschaft wenig. Würde sie den Nutzungsgrad von WhatsApp erreichen, dann hilft sie viel! Dann hat sie fast jeder in der Tasche, und dann kann fast jeder darüber gewarnt werden.

Und der Datenschutz?

Die Entwicklung der deutschen App hat solange gedauert, weil ewig über den Datenschutz diskutiert wurde.

Die Corona-Warn-App ist ein positives Aushängeschild

Diese intensive öffentlich Diskussion hat im Ergebnis zu einer technischen Lösung geführt, zu der auch den  „Datenschutzfundamentalisten“ keine technischen Einwände mehr einfallen. Sowohl das Konzept, als auch die fertigen Programm, sind für jeden öffentlich einsehbar. Das ist in der Software-Entwicklung ein akzeptierter Ansatz, um Software-Qualität sicherzustellen: Jeder, der will und dazu das Know-How hat, kann und soll nach  Fehlern und Lücken suchen. Regierung, SAP und Telekom haben sich hier vorbildlich verhalten und das Menschenmögliche für unseren Schutz getan.

Die meisten von uns benutzen Apps, die man viel kritischer sehen kann

Jede von euch, die für die Internet-Suche Google benutzt, oder mit ihrer Sportgruppe und ihrem Gärtner über WhatsApp kommuniziert, gibt dort wesentlich mehr über
sich Preis -- und zwar an private US-Firmen, die nicht dem deutschen oder europäischen Datenschutz unterliegen.

Für die Datenschutz-Diskussion ist die Corona-Warn-App gut

Ich sagte bereits: je mehr Menschen diese App benutzen, desto besser funktioniert es. In vielen Ländern ist dies genau das Problem: aus Datenschutzbedenken wird dort die entsprechende App
nicht installiert.

Ich wünsche mir, dass es bei uns umgekehrt ist:

Die lange Diskussion über Datenschutz sollte uns gezeigt haben,wie ernst der Datenschutz bei uns genommen wird. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.  Im Gegensatz zu anderen Ländern können wir unsere
App bedenkenlos installieren. Ich finde, dass sollten wir auch tun, damit sie wirksam wird.

Damit zeigen wir -- als Nutzer auch -- dass wir den Aufwand, den Datenschutz macht -- zu würdigen wissen. Als Optimistin hoffe ich, dass das andere App-Entwickler sehen und sich mehr um Datenschutz kümmern -- weil sie sehen, dass wir Anwender unseren Datenschutz wichtig nehmen und nicht „jeden Scheiß“ installieren.

Und wenn das mittelfristig dazu führen würde,  dass die unzähligen Anwesenheitslisten, die gerade überall geführt
werden, wieder verschwinden -- wäre das nicht großartig? Denn dort fehlt jeder Datenschutz.

Zu der praktischen Seite

Eine App installieren

Eine App kannst du dir leicht selbst installieren. Aufgeschrieben -- als Text und als Video -- hatte ich es auch schon mal:

Grundwissen für jeden: Installation einer App

Um loszulegen, brauchst du jetzt noch den Namen der Corona-Warn-App: Sie heißt genau so: „Corona-Warn-App“. Als Entwickler wird das Robert-Koch-Institut angezeigt. Als Entwickler wird das Robert-Koch-Institut angezeigt.

Für welche Geräte ist die App verfügbar?

Die App ist sowohl für Android-Smartphones als auch für iPhones verfügbar. Für Android-Smartphones ab Android-Version 6, für iPhone ab iOS 13.5. Wenn dein Gerät zu alt ist, wird dir die App im Appstore/Playstore nicht angezeigt. Bei Android wird das vermutlich kaum geschehen, beim iPhone werden dadurch bereits das iPhone 5 und iPhone 6 nicht mehr unterstützt.

Wer trotzdem nachschauen will, welche SW-Version auf seinem Smartphone/iPhone installiert ist, schaut sich mein Youtube-Vidoe dazu an:

Beim iPhone werden leider nur für die neueren Geräte unterstützt: Auf dem iPhone 5 und 6 funktioniert sie nicht. Dort wird sie im App-Store auch nicht angezeigt.

Zusammenfassung

Hau rein!

Die Corona-Warn-App benutzen ist auch nicht schiwieriger, als eine Mund-Nasen-Maske zu nähen!
Und das hat schließlich die ganze Republik gelernt -- und die Benutzung ist deutlich angenehmer als die der Maske!

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