Berta Beispiel ist wie du. Sie liebt WhatsApp. Seit sie darüber Witze und Fotos austauschen kann, mischt sie wieder richtig mit. Geht doch.

Und dann: Großer Datenskandal bei Facebook, alle Datenschutz-Gurus der Republik haben ihren Starauftritt in der Tagesschau. Von dem was sie erklären, versteht sie nichts. Hört sich schwierig an und ist für sie völlig unverständlich. Wieder mal fühlt sie sich doof. Ist WhatsApp auch irgendwie gefährlich?

Berta beginnt, zu grübeln: Liest die Einbruchsmafia mit, damit sie einbrechen kann, wenn sie verreist ist? Kann ein Hacker ihre Chats belauschen? Und wenn jemand die süßen Babybilder von dem kleinsten Enkelkind klaut und öffentlich ins Netz stellt? Glücklicherweise sind gerade ihre Enkel Axel und Charly zu Besuch. Die sind mit Smartphones aufgewachsen und haben Ahnung. Sie fragt die beiden nach ihrer Einschätzung.

Geh raus und hol dir Fakten

Und? Erbitterte Diskussion zwischen den beiden! Axel lebt in seinen Sozialen Netzen, Charly steht ihnen sehr fritisch gegenüber. Ihre Sichten sind unvereinbar. Einig werden sie sich jedenfalls nicht.

Berta staunt.
Dass die Frage so schwierig und kontrovers ist, hätte sie ja nun nicht gedacht. Trotzdem ist sie es leid, denn diese Diskussion bringt sie nicht weiter. Sie spendiert noch ein Eis und geht dann dazwischen: Ihr redet soviel über Datenschutz. Ich will Fakten. Kann ich nicht einfach nachfragen? Das sind doch meine Daten!

Berta hat völlig recht. Sie hat ein Recht darauf, ihre personenbezogenen Daten, die von einem Dienst gespeichert werden, abzurufen. Zusammen mit der Datenschutzerklärung gibt das schon ein ziemlich gutes Bild. Sie bittet ihre Enkel darum, ihre personenbezogenen Daten von WhatsApp (Axel) und Threema (Charly) abzurufen, bevor sie weiter diskutieren.

Geht es dir wie Berta?
Möchtest du endlich Fakten? Endlich wissen, mit welchen Daten du für die Nutzung eines Dienst bezahlst?
Damit  du selbst entscheiden kannst, ob dir das wert ist? Dann mache es einfach!

Personenbezogene Daten kannst du abrufen.
So schwierig ist es nicht, die Personenbezogenen Daten abzurufen. Bei Threema ist es sehr einfach. Bei WhatsApp kann es sein, dass du deine Enkel – oder einen anderen Helfer – zur Unterstützung brauchst.

Zusammenfassung für Eilige

Personenbezogene Daten abrufen war bei Threema schnell durch, enthielt wenige Daten und keine weiteren Überraschungen. Bei WhatsApp ist die Anforderung auch einfach. WhatsApp nimmt sich 2-3 Tage für die Zeit für die Bereitstellung des Berichts. Der Bericht kommt als *.zip-Datei. Am besten schickst du sie dir per Mail auf deinen PC, und packst sie da aus und schaust.

Weil viele von euch nicht so viel am PC sitzen, habe ich trotzdem nach Wegen zur Anzeige gesucht. Das was ich beschrieben habe, hat bei mir funktioniert – als wir das im Digitalcafé gemacht haben, war es aber leider auf jedem Androidgerät anders. Probier es aus – und sonst gehe den Weg über den PC.

Personenbezogene Daten abrufen bei WhatsApp

Axel nimmt Bertas Smartphone, tippt etwas herum und hat dann die personenbezogenen Daten angefordert. Die Bereitstellung dauert bei WhatsApp ca. 2-3 Tage. Erst dann kann er sie sich auf den PC schicken, dort ausdrucken und zu Berta mitnehmen. Das machst zu jetzt auch.

Personenbezogene Daten bei WhatsApp anfordern

WhatsApp: zu den Einstellungen

 

Dafür öffnest du die App und gehst in die Einstellungen. Beim iPhone verstecken sich die Einstellungen hinter einem Zahnrad, unten rechts in der Fußzeile. Bei Android gibt es rechts oben 3 Pünktchen. Wenn du die anklickst, wird dir ein Menü angezeigt. Der unterste Punkt in diesem Menü heißt Einstellungen.

Geh bitte in die Einstellungen.

 

 

Sowohl bei Android, als auch beim iPhone findest du in den Einstellungen einen Punkt Account. Antippen. Im nächsten Menü gibt es Account-Info anfordern, dann Bericht anfordern. Wenn du Bericht anfordern angetippt hast, dann sagt dir WhatsApp, ab wann du den Bericht erwarten kannst.

WhatsApp: personenbezogene Daten anschauen

Zwei oder drei Tage später ist der angeforderte Bericht verfügbar. Vielleicht bekommst du von WhatsApp eine Nachricht, aber du kannst auch einfach so nachschauen. Du gehst dafür wieder in die Einstellungen, und hangelst dich durch bis zu Account-Info anfordern genauso wie oben beschrieben. Statt Bericht anfordern steht da jetzt Bericht herunterladen.

WhatsApp sagt dir, dass der Bericht ist einige 100 kByte groß ist. Das kommt dir riesig groß vor? Ist es aber nicht kB steht für kilo-Byte. Daten sind groß wenn dahinter MB -wie Mega-Byte-steht, und größer, wenn dahinter GB – wie Giga-Byte steht. 100-200 kB ist ungefähr so viel wie ein komprimiertes Foto. Du brauchst also keine Bedenken wegen der Größe haben. Lade ihn herunter.

Danach steht dort  Bericht exportieren. Wohin, das erkläre ich dir in den nächsten Abschnitten – und zwar für PC, iPhone und (mein) Android. Wie gesagt: es kann gut sein, dass es bei dir nur ähnlich, nicht gleich funktioniert.

Anschauen auf dem PC

Der Bericht wird als „Zip-Archiv“ geliefert, d.h. die Daten, die du bekommst sind zu einem kleinen Paket komprimiert. Am elegantesten packst du das Päckchen auf dem PC aus:

Dazu wählst du beim Bericht exportieren dein Mailprogramm aus und schickst die Mail (mit einem sinnvollen Betreff) an dich selbst, d.h. an die Mailadresse, die du auf dem PC benutzt (oder an die Mailadresse deines Enkels, mit der Bitte, dir den Bericht als *.pdf zurück zuschicken oder ausgedruckt mitzubringen).

Auf dem PC suchst du nach der Mail. Sie hat einen Anhang mit dem Namen Meine Account-Info.zip. Die sicherst du im Download-Verzeichnis:

WhatsApp_personenbezogene Daten auf PC sichern

Dann ruftst du den Explorer auf und suchst dort nach Meine Account-Info.zip. Rechts Maustaste: Alle extrahieren. Extrahieren. Dann siehst du den Inhalt des Pakets. Die Datei access.html doppelklickst du, dadurch sollte sie sich öffnen und du siehst die Daten, die WhatsApp dir geschickt hat. Lies weiter unten weiter.

Weil sich nicht jeder mit dem PC auskennt, habe ich nach Wegen gesucht, diesen Bericht auf dem Smartphone/Tablet, bzw. iPhone anzusehen.

iPhone

Exportieren

WhatsApp PErsonenbezogene Daten Bericht auf dem iPhone exportierenWenn du Bericht exportieren antippst, geht das gewohnte Exportmenü auf. Hier wählst du Notizen aus und sicherst den Bericht in einer neuen Notiz.

iOS_notizen_iconUm dir den Bericht jetzt anzuschauen, öffnest du die App Notizen. Das Icon dazu siehst du rechts: der Notizblock mit dem gelben Kopf ist die Apple-App Notizen. (Sie ist von Apple vorinstalliert, vielleicht hast du auch schon benutzt)

 

WhatsApp personenbezogene Daten auf dem iPhone anschauenAnschauen

In der Notizen-App siehst du zunächst die Liste deiner Notizen. Die neue Notiz ist ganz oben und heißt „Meine-Account-Info„. Du tippst sie an, um sie zu öffnen.

Du siehst jetzt den Inhalt: der Bericht von WhatsApp als *.zip-File enthalten. Diese *.zip-Briefmarke tippst du an, dann findest im nächsten Bildschirm einen Knopf Inhaltsvorschau. DIe Inhaltsvorschau tippst du an.Dann wir dir die personenbezogenen Daten, die dir WhatsApp geschickt hat, angezeigt.

Geht doch! Jetzt kannst in dem Bericht mit deinen persönlichen personenbezogenen Daten hoch- und runter scrollen und dir anschauen, was du dort so findst.

Android

Und wie geht das jetzt bei einem Android-Smartphone oder Tablet? Das ist leider auf jedem Gerät anders. Im Digitalcafé haben wir es ausprobiert – und wirklich jedes Gerät war anders. Ich kann nur aufschreiben, wie es auf meinem Samsung-Tablet funktioniert hat, und die ein paar Tipps geben.

Herunterladen und exportieren

WhatsApp Personenbezogene Daten: sichern unter Android

Der Anfang ist in jedem Fall noch gleich:

Du öffnest wieder WhatsApp, gehtst in die Einstellungen, Account, Account-Info anfordern. Also genauso, wie du deinen personenbezogenen Daten angefordert hast.

Dort steht jetzt zunächst Bericht herunterladen: Mach das. Dann steht dort Bericht exportieren. Mach das. Nach dem Exportieren kommt noch eine Warnung „nur für liebe Menschen“. Lass dich davon nicht irritieren, sondern exportiere den Bericht trotzdem.

WhatsApp hat deine personenbezogenen Daten als ein .zip -Archiv geliefert. Das bedeutet, er hat die Daten vor dem Verschicken komprimiert und zusammengepackt. Du brauchst jetzt eine App, die dir das Paket möglichst einfach wieder auspackt.

Leider gibt es so eine App nicht standardmäßig. Deshalb versuche es mit einem Trick:
Aus den Apps, die dir zum Export angeboten werden, wählst du das Mail-Programm aus, das du auf deinem Smartphone benutzt.  Es geht ein Mail-Formular auf und du schickst den Bericht an deine eigene Mailadresse (die, die du auf dem Smartphone benutzt)  mit einem einfachen Betreff und schickst sie los.

Anschauen

Dann öffnest du dein Mailprogramm. Vermutlich ist deine Mail schon im Posteingang. Mache sie bitte durch Antippen auf. Du findest eine Mail von dir an dich, mit dem Betreff, den du gerade eingeben hast und mit einem Anhang Meine Account-Info.zip.a

Tipp den Anhang an.
Manche Mail-Apps, z.B. Samsung Mail, öffnen das *.zip-Archiv, wenn du ihn lange antippst. Glückwunsch. Du siehst deine personenbezogenen Daten jetzt bereits und kannst auf und ab scrollen.
Andere Apps bieten dir nur speichern an – durch einen eigenen Speicher-Knopf, oder wenn du drauf tippst. Speichere den Anhang, dadurch hast den den Bericht mit deinen personenbezogenen Daten auf deinem Smartphone. Jetzt musst du ihn nur noch wiederfinden und öffnen.

App eigene Dateien
Dazu gibt es eine App eigene Dateien (manchmal heißt sie auch nur Dateien). Auf meinem Samsung-Tablet hat sie ein gelbes Symbol, dies kann bei dir anders sein. Sie heißt aber „irgendwas mit Dateien“. Gefunden? Dann öffne sie.

WhatsApp personenbezogene Daten: ansehen
Tippe dich nach meinen Bildchen da durch:Der Bildschirm der App hat zwei Spalten. Auf der linken Seite, ganz oben gibt es aktuelle Dateien. Antippen.

Dann zeigen sich in der rechten Spalten deine aktuellen Dateien. Ganz oben ist der Bericht von WhatsApp: – Meine Account-Info.zip . Antippen.

Damit werden dir die Dateien, die in dem zip-Archiv enthalten sind, angezeigt. Bevor du sie benutzen kannst, musst du sie noch auspacken (oder Extrahieren, o.ä.). Bei mit ist der Knopf dafür rechts oben. Antippen. (oft funktioniert auch Doppel-Tippen).

Jetzt ist das Paket ausgepackt. dort sind 2 Dateien enthalten, Doppel-Tippe die Access.html. – Dann öffnet sich dein Internet Browser, d.h. Firefox oder Chrome, und zeigt dir den Bericht an, in dem WhatsApp deine personenbezogenen Daten zusammengestellt hat.

WhatsApp: Der Bericht

Und was steht nun drin? – Grob gesehen finden wir dort:

  • Mobilfunknummer:
    verständlich
  • IP-Adresse, diverse Informationen über mein Gerät
    wozu das? das macht grob meinen Standort sichtbar
  • Statuszeile und Profilbild
  • Kontakte und blockierte Kontakte
    Damit steht auf den WhatApps-Rechnern, wer mit wem auf der Welt über WhatsApp in Verbindung steht. Auch wenn in dieser Liste nach meinem Eindruck nur Kontakte stehen, die selbst auch WhatsApp benutzen – gemäß der WhatsApp-Datenschutzrichtlinie, die ich bei der Gelegenheit auch mal überflogen habe, dürfen sie auch Telefonnummern sammeln von Kontakten ohne WhatsApp.
  • Gruppen und Broadcast-Listen
  • verschiedene Einstellungen

Unsere Chatnachrichten hingegen werden nur kurz gespeichert: SIe liegen auf den Rechnern von WhatsApp solange, bis sie zugestellt sind, aber max. 30 Tage und sind dort verschlüsselt. Das ist also nicht das Problem. Für mich ist meine Kontaktliste das Hauptproblem, aber auch die anderen Daten finde ich ziemlich unnötig, zumal WhatsApp sich das Recht herausnimmt, diese Daten an Facebook und Instagram weiterzugeben..

Personenbezogene Daten bei Threema

Und jetzt machen wir das ganze Spiel noch einmal – diesmal für Threema.

Keine Angst, das geht viel schneller:
Threema hat eine Art „Anrufbeantworter“ (so etwas ist ein Bot) geschaltet. Wenn du ihm ein Schlüsselwort schickst („Info“), dann schickt er dir eine Nachricht mit deinen Informationen zurück. Im Detail:

Threema: Neuen Kontakt einrichten

Auch bei Threema können wir eine Nachricht nur an einen eigenen Kontakt schicken. Deshalb müssen wir den Anrufbeantworter erstmal als Kontakt einrichten. Dazu startest du Threema. In der Fußzeile findest du einen Auswahlpunkt Kontakte. Antippen bitte – du kommst in deine Kontaktliste.

Threema Personenbezogene Daten KontaktlisteDort legst du einen neuen Kontakt an:

  • Android: rechts unten + Neuer Kontakt
  • iPhone/iPad: rechts oben ist ein Plus-Zeichen

Dort gibst du die Threema-ID des Anrufbeantworters ein: *MY3DATA

und speicherst bei Android mit  OK (rechts unten) bzw. bei iPhone/iPad:fertig (rechts oben)

Threema: Personenbezogene Daten abrufen

Jetzt muss du den Anrufbeantorter nur noch nach deinen Daten fragen. Dazu tippst du auf den neuen Kontakt, und findest weiter unten ein Nachricht senden. In das Eingabefeld tippst du Info und schickst sie ab. Fertig. Nach einem Moment hast du eine Antwort – bei z.B.:

{
„identity“: „7AT2HH4M„,
„publicKey“: „i3hhBmTqFe\/a+n8dAJQSnWhcSzfV+ia0rWbhW\/guPHM=“,
„issueDate“: „2017-11-14“,
„mobileNoHash“: „Z3H+ScKd4r1SScm7pL024gC7iNQ5S6rVdW0XGpjFQeQ=“,
„emailHash“: „\/w2N4tWRvCQi05teRB\/msNXQU41KsL0RIQ2BlGmuDZg=“,
„lastLogin“: „2019-09-27“,
„featureMask“: 31,
„voippushtoken“: „rV5N9QGk\/rJixG6Kt5+Ewj5nqtTLqy61SeTbU1TavTo=“
}

Das sind meine personenbezogenen Daten bei Threema. Sie sind so unverfänglich, dass ich sie driket verwenden kann. In Klartext finden wir meine Threema-ID, sowie die Daten meiner Anmeldung und meines letzten Logins. Und der Rest?

  • Public Key:
    Die eine Hälfte, die öffentliche, meines Verschlüsselungs-Schlüssels
  • Meine Mobilnummer und meine Mailadresse
    beide „Einweg-verschlüsselt“

Ziemlich übersichtlich – damit kann ich gut leben!

Mein Vorschlag an Berta

Und was ist jetzt mit Berta?

Ihre Enkel sind sich nach dem Abruf der Daten natürlich immer noch nicht einig. Für Axel, der seine verschiedenen sozialen Medien liebt, ist der Datenhunger von WhatsApp (noch?) akzeptabel. Für Charly hat dieses Experiment bewiesen, dass er unter gar keinen Umständen WhatsApp installieren will. Für ihn beweist Threema, wie wenig personenbezogene Daten technisch notwendig sind. Alles, was darüber hinaus geht, ist für ihn Schnüffelei.

Berta erinnert sich noch daran, dass sie in den 70er Jahren aus Überzeugung gegen die geplante Volkszähung unterschrieben hat. Und jetzt soll sie Daten freiwillig bei einem internationalen Fast-Monopol abliefern? Andererseits: alle Freundinnen benutzen WhatsApp – soll sie sich da ausschliessen?

Aber: Berta will mit beiden Enkeln in Kontakt bleiben. Was tun?

Charly ist nicht bereit, WhatsApp zu installieren – Axel hingegen hat Threema schon installiert, weil noch mehr seiner Bekannten sich weigern, WhatsApp zu benutzen. Berta schlägt vor, die Familiengruppe von Threema nach WhatsApp zu verlegen.  Charly verschenkt an alle Familienmitglieder Threema-Lizenzen und hilft bei der Installation. (->hier steht übrigens, wie man Threema-Lizenzen verschenkt).

Und Du? Was meinst du? Über die Frage, welche App als Alternative zu WhatsApp in Frage kommt, habe ich hier geschrieben: -> Alternativen zu WhatsApp

Ich freue mich über Kommentare!

 

 

 

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