Es geht mal wieder um Geld! Unser Leben verlagert sich mehr und mehr ins Internet. Das gilt nicht nur für das Einkaufen im Internet, sondern auch für das Spenden. Online spenden kann man bei großen Organisationen, wie Unicef oder Brot für die Welt, schon lange und diese Organisationen sind damit sehr erfolgreich. Für einen kleinen Verein war der Aufbau der notwendigen Infrastruktur zum Online Spenden bisher zu meist zu aufwendig. Das hat sich mit dem Aufkommen von Spendenplattformen verändert.

Aber ganz langsam…

Online Spenden: Was ist die Idee?

Bequemlichkeit: nur ein paar Klicks!

Die Grundidee, die dem Online Spenden zu Grund liegt ist sehr einfach: Von 100 Menschen, die ich dazu motiviere, für einen guten Zweck zu spenden, vergessen es die allermeisten – jedenfalls, wenn sie für die Spende erst eine Überweisung ausfüllen müssen. Wenn sie es allerdings sofort, mit wenigen Klicks am PC oder am Smartphone erledigen können, setzen mehr von ihnen den guten Vorsatz in die Tat um. Und dieser Effekt wird umso stärker, je mehr Menschen daran gewöhnt sind, online mit ein paar Klicks einzukaufen.

Verbreitung über Internet und soziale Medien

Ein Online-Spendenaufruf, der überzeugt, lässt sich übers Internet, d.h. über Mail, WhatsApp, Facebook sehr einfach verbreiten. Damit besteht die Chance, zusätzliche Spender anzusprechen – jeder einzelne Spender kann hier eine Menge für ein Projekt tun: einfach dadurch, dass er es in seinem Familien- und Freundeskreis verbreitet.

Ist Crowdfunding dasselbe?

Oft wird Crowdfunding synonym für eine Online-Spenden-Aktion benutzt. Wenn ich mir den Wikipedia-Artikel zum Crowdfunding anschaue, denke ich, dass das nicht ganz stimmt. Wenn wir von “Spenden” reden, dann denken wir gemeinhin an gemeinnützige Organisationen. Bei Crowdfunding denkt man vor allem daran, sich ein Projekt durch viele kleine Beiträge aus dem Internet finanzieren zu lassen. Das muss nicht gemeinnützig sein, das kann genauso gut ein Startup sein, das so seinen Produkt-Prototype finanzieren möchte. Die Begriffe überlappen sich also, sind aber nicht ganz das gleiche.

Und was ist nun eine Spendenplattform?

Um eine Online-Spende abzuwickeln, braucht man nicht nur ein Spendenformular, sondern auch sichere Zahlungswege und einen Automatismus, um Spendenquittungen zu schreiben. Technisch ist das relativ aufwändig.

Eine sogenannte Spendenplattform ist jetzt eine Organisation, die diese technische Infrastruktur für andere bereitstellt. Damit wird es für das Projekt oder den Verein sehr einfach, eine Online-Spenden-Kampagne zu starten. Die größte deutsche Spendenplattform ist betterplace.org Die Unternehmensform, Finanzierung, etc. ist im ->Wikipedia-Artikel über betterplace.org detailliert beschrieben. Die Homepage von betterplace.org selbst gibt einen guten Eindruck von der Vielfalt der eingestellten Projekte.

Warum ist online spenden für Organisationen wichtig?

Die Statistik zeigt zwei Dinge: Der Anteil der Online-Spender steigt, besonders bei den Jüngeren. Aus einer Analyse von betterplace.org:

Dauerspenden dominieren den Markt, neue Medien akquirieren junge Spender

Weiterhin ist die Dauerspende oder die Fördermitgliedschaft in einem der mittlerweile über 600.000 Vereine der wichtigste Spendenanstoß. Der traditionelle adressierte Werbebrief bleibt auf dem zweiten Platz, ist aber im Vergleich zu den Vorjahren weniger relevant geworden und ermunterte zuletzt nur noch rund ein Fünftel der Spender zu ihrer Geldspende. Aus Sicht der geschätzt rund 400.000 Geldspenden sammelnden Nonprofits, die mehrheitlich sehr klein und dringend auf Geldspenden angewiesen sind,  gewinnen Online Fundraising und Social Media weiter an Bedeutung. Auf diesen Kanälen werden vor allem die jüngeren Spender erreicht, die vergleichsweise häufiger an kleine Organisationen spenden.

Und wer will schon auf die jüngeren Spenden verzichten?

Das konkrete Projekt: Barrierefreiheit für Haus Eichkamp

Natürlich gibt es einen konkreten Anlass für diesen Artikel. Meine Netz-Omi-Büchlein entstehen aus dem Digital-Café, das ich im Haus Eichkamp aufgebaut habe.

Haus EichkampLangfristig muss unser Nachbarschaftshaus, das nicht nur selbstverwaltet, sondern auch zu großen Teilen selbst finanziert ist, barrierefrei werden. Ein ziemlich aufwendiges Projekt! Und da haben wir die Spendenmeisterschaft des Paritätischen Wohlfahrtverbandes als Anstoß genommen, unser erstes Online-Fundraising-Projekt aufzusetzen.

Eine Anleitung – warum das denn?

Ist doch alles selbsterklärend? – Das glaube ich nicht. Es gibt noch viele Menschen, die noch nie online eingekauft oder gespendet haben. Beim ersten Mal ist das ziemlich spannend.

Weil ich vermute, dass viele von Euch dazu gehören, habe ich eine Anleitung geschrieben. Wie immer, Schritt für Schritt.

Anleitung für den PC

Die Anleitung ist diesmal für den PC und zwar weil ich annehme, dass es den meisten sympathischer ist, Gelddinge auf dem PC, und nicht auf dem Smartphone oder Tablet zu erledigen. Auf dem Tablet und auf dem PC funktioniert es analog, aber es ist natürlich viel schwieriger auf der kleinen Tastatur einzugeben.

Zahlungsweg: Lastschrift

Damit die Anleitung nicht unendlich lang wird, musste ich mich für einen Zahlungsweg entscheiden. Lastschrift habe ich gewählt, weil ich das für konsensfähig halte: Sie ist einfach durchzuführen. Außerdem kann man eine Lastschrift noch einige Wochen lang widerrufen. Mir ist das sympathisch.

Los geht’s: Deine erste Online-Spende

Zur Projektseite

Schalte Deinen PC ein, geh ins Internet und rufe unsere Projektseite auf – z.B. indem Du einfach hier auf den ->Link, oder auf das Bild rechts klickst.Online Spenden: Eichkamp Projektseite

Die Seite sieht dann so ungefähr aus wie auf dem Bild:

(1): Oben, in der Adressleiste, siehst Du, dass Du noch auf der Seite von Haus Eichkamp bist.

(2): Im unteren Bereich der Seite findest Du die Beschreibung des Projekts.

Online spenden für Haus Eichkamp, barrierefrei(3): An verschiedenen Stellen auf der Seite siehst Du den Knopf zum Spenden. Daneben ist eine Kurzbeschreibung. Auf den Knopf zum Spenden klickst Du, nachdem du die Projektbeschreibung und die Kurzanleitung gelesen hast.

Das Betterplace-Spendenformular

Verschlüsselung Deiner Daten

online spenden: Sicherheit

Links siehst Du einen Screenshot (ein Foto sozusagen) des nächsten Fensters.

Erläuterungen:

(1) – In der Adressliste siehst Du, dass Du jetzt auf der Seite von Betterplace bist.

(2) – Vor der Adresse siehst Du ein Vorhängeschloss und das Wort ‘https’. Beides bedeutet, dass die Übertragung zwischen Dir und Deinem Gerät einerseits und dem Server von betterplace andererseits verschlüsselt ist. Die Daten, die Du gleich eingibst, können während ihrer Übertragung deswegen nicht (oder nur mit hohem Aufwand) abgehört werden.

Der Blick auf die Adresszeile sollte Dir überall dort, wo du sensible Daten eingibst oder abrufst, zur Gewohnheit werden: Sensible Daten nur auf Seiten mit Vorhängeschloss und https eingeben!

Das Ausfüllen des Formulars

Online Spenden: Betterplace SpendenformularDas Ausfüllen des Formulars selbst ist nicht so schwierig:

(1) – Der voreingestellte Betrag von 50 EUR freut das Projekt, lässt sich aber leicht überschreiben.

(2) – Danach wählst Du den Zahlungsweg aus. Für diese Anleitung benutze ich Bankeinzug, d.h. Lastschrift.

(3) – Der dritte Block erfasst die Daten, die betterplace für den Bankeinzug und für die Spendenquittung braucht.

Nachdem ich meine IBAN – mit Leerzeichen – eingetragen hatte, wurde die BIC automatisch ausgefüllt. Außerdem werden Name und Adresse des Kontoinhabers benötigt. Das sollte Dir keine Probleme bereiten.

(4) Im nächsten Block Zahlungsübersicht taucht plötzlich eine Spende für Betterplace.org aus. Sie ist mit 7 EUR voreingestellt. Das ist nur ein Vorschlag. Wenn Du möchtest, kannst Du das ändern. Dazu klickst Du auf den Knopf Betrag ändern (5).

 

Spendenbetrag für Betterplace.org ändern

Und wieder ein neues Fenster, diesmal mit Schieberegler und Blumenwiese:online spenden mit betterplace: Spende für betterplace

 

Den grünen Knopf auf dem Balken kannst du mit der Maus hin- und herschieben und damit Deinen Spendenbeitrag für Betterplace.org einstellen. Du kannst damit einen Betrag zwischen 0 EUR (ganz links) und 25 EUR (ganz rechts) auswählen.

Bevor Du durch Anklicken von Betrag übernehmen dies Fenster verlässt, beachte unbedingt die kleine Animation:

Wenn der Knopf ganz links steht, Du also nichts für betterplace spendest, wird aus der Wiese eine Wüste. Wenn dagegen der Knopf ganz rechts, auf 25 EUR steht, dann siehst du blühende Landschaften. Achte einen Moment darauf, wie Du Dich dadurch beeinflussen lässt: Bringst Du es übers Herz, aus der Wiese eine Wüste zu machen? Ich habe es nicht gekonnt.

Wenn Du einmal dafür sensibilisiert bist, werden dir solche Marketing-Tricks übrigens häufiger auffallen. Egal – du entscheidest dich für einen Betrag zwischen 0 und 25 EUR und verlässt das Fenster durch einen Klick auf Betrag übernehmen.

Spende abschließen

Du bist jetzt zurück im Spendenformular:

online spenden mit betterplace: Abschlussübersicht

 

Du überprüfst die Zahlen noch einmal. Mit dem Kreuzchen entscheidest Du, ob Dir betterplace Informationsmails schicken darfst.

Der grüne Knopf ist entscheidend. Deshalb ist er auch so klar mit jetzt xx EUR spenden beschriftet.

Wenn Du hier klickst, führst Du die Spende durch.

Es kommen jetzt noch ein paar Abschlussschritte, die aber an der Spende nichts mehr ändern. Das ist getan.

Betterplace bedankt sich

 

online spenden mit betterplace: weitersagenDas ist nicht nur höflich, sondern sie geben Dir auch noch einige Hinweise, wie Du zusätzlich helfen kannst.

Der wichtigste: Weitersagen!

z.B. mit dem von mir eingekringelten Mail-Knopf. Wenn Du ihn anklickst, sollte ein vorausgefülltes Mailformular aufgehen.

Das klappt nicht auf jedem PC. Das Weitersagen, oder Weiterschicken solltest Du aber auf keinen Fall vergessen.

Wenn Du eine eigene Mail an deine Freunde formulierst, in der Du das Projekt mit eigenen Worten erklärst, ist es sehr viel persönlicher. Wichtig ist dabei nur, dass Du den Link auf die Eichkamp-Projektseite (http://hauseichkamp.de/barrierefreiheit/)oder auf diesen Artikel (https://netz-omi.de/2018/09/online-fundraising-so-einfach-kannst-du-online-spenden/) weitergibst.

 

Als nächstes bietet Dir Betterplace noch einmal an, Dir ihren Newsletter zuzuschicken. Das brauchst Du vielleicht nicht so dringend.online spenden mit betterplace: zustimmung

Das zweite Kreuzchen ist interessanter: Dort wird um die Erlaubnis gebeten, Deine Daten an das Projekt, z.B. ans Haus Eichkamp weiterzugeben. Das gibt dem Projekt die Möglichkeit, sich direkt bei Dir zu bedanken und Dich über den Fortgang des Projektes auf dem Laufenden zu halten.

Unter den Kreuzchen wirst Du darum gebeten, einen Kommentar zu schreiben. Das gruselt Dich spontan? Ich kann Dich da sehr gut verstehen. Denke trotzdem noch einmal kurz darüber nach. Aus dem Marketing ist bekannt, dass sich Angebote mit positiven Kommentaren sehr viel besser verkaufen. Ich wette, dass auch Du, wenn Du Dich im Internet informierst, in die Kommentare oder Rezensionen von anderen schaust. Es ist kaum möglich, sie vollständig zu ignorieren. Das gilt für eine Amazon-Rezension genauso, wie für eine Ferienwohnung, oder wie für eine Arztpraxis. Spendenprojekte unterliegen demselben Mechanismus: Positive Kommentare motivieren andere, auch zu spenden.

Deshalb die Bitte: Überlege Dir, ob Du ausnahmsweise über Deinen Schatten springst, und einen kurzen Kommentar schreibst. Auch wenige Worte sind eine zusätzliche Unterstützung.

Wenn Du einen Kommentar geschrieben hast, verlässt Du die Prozedur mit Spende kommentieren, und sonst mit Weiter ohne Kommentar und Namensnennung.

Geschafft! – Bestätigungsmail

online spenden mit betterplace: bestätigungsmail

In deiner Mailbox findest Du jetzt eine Bestätigungsmail von Betterplace.org. Im Betreff steht das Projekt, und Dein Spendenbeitrag – das sieht dann so aus:

betterplace.org: Danke für Deine Spende an „Haus Eichkamp - generationenübergreifendes Kultur- und Nachbarschaftshaus“ (50 €).

In der Mail stehen alle wesentlichen Fakten. Deine Spendenbescheinigung bekommst Du im Februar 2019. Sie werden dir eine Sammelbescheinigung über alle Spenden schicken, die Du im Laufe des Jahres 2018 über Betterplace gemacht hast.

Noch eine Mail von Betterplace.org

Wenn Du zugestimmt hast, dass Deine Daten an das Projekt weitergegeben werden dürfen, oder wenn Du ein Kreuzchen beim Newsletter gesetzt hast, bekommst Du noch eine Mail. (Bei zwei Kreuzchen wahrscheinlich zwei) . Wegen des europäischen Datenschutzgesetzes musst Du sowohl die Datenweitergabe als auch die Zustimmung zum Newsletter ein zweites Mal bestätigen.

online spenden mit betterplace: Einwillung

Diese Mails sehen ungefähr so aus wie auf dem Screenshot rechts: Oben steht, um was es geht. In der Mitte – von mir eingekreist – ist ein Link, den Du zur Bestätigung anklicken musst. Damit bestätigst du die Erlaubnis zur Datenweitergabe (oder für die Aufnahme in den Newsletter-Verteiler).

 

Zusammenfassung

Hast Du Dich getraut? Und zum ersten Mal online gespendet? Großartig! Und wenn Du Dich auf Betterplace in den Projekten etwas umschaust, wirst du ganz erstaunt sein, wie engagiert Deine Mitbürger sind, und wofür!