Smartphone statt Stadtplan?!
Handy-Navigation im Auto? bei einer Wanderung?

Im Teil-1 dieser Serie hast du verschiedene Karten-Apps kennengelernt und ausprobiert. Geht das jetzt auch unterwegs? Und wie ist das im Ausland? Auf der Autobahn? Oder auch bei der Wanderung im Wald?

Wie kommt dann die Karte unterwegs aufs Smartphone? Oder solltest sie zu Hause herunterladen? Welche Kosten kommen an dich zu?

Wieder einmal gibt verschiedene Lösungen, und am besten verstehst du ein paar Grundideen, um dann für dich entscheiden zu können.

Wichtige Fragen sind also:

  • Was Online- und Offline-Navigation? Was ist der Unterschied?
  • Welche Kosten werden verursacht? Wie groß ist der Datenverbrauch von Google-Maps und Co.?
  • Smartphone-Nutzung im Auto ist verboten. Was heißt das für die Handy-Navigation im Auto?
  • Wie geht die Benutzung von Offline-Karten? Bekomme ich das alleine hin?

Handy-Navigation unterwegs: Was ist Online- und Offline-Navigation?

Sobald dein Gerät dein Haus verläßt, verläßt es auch dein WLAN. Jetzt muss es über das Mobilfunknetz auf das Internet zugreifen. Deshalb gibt es für die Navigation unterwegs zwei Möglichkeiten:

Wenn es sich laufend die benötigten Informationen als mobile Daten aus dem Internet holt, dann bleibt die Navigations-App online, und wir sprechen von online-Navigation. Alternativ kannst du vorher, zu Hause im WLAN,  alles, was zur Navigation benötigt wird, auf das Gerät herunterladen und dort speichern. Das heißt dann offline-Navigation, weil die Navigations-App unterwegs keinen Internetzugang mehr braucht.

Beides schauen wir uns jetzt genauer an:

Online-Navigation:

bedeutet, dass die Navigations-App, die du benutzt, unterwegs über das Mobilfunknetz mit dem Internet ist. Dabei verbraucht sie mobile Daten aus deinem Datenvolumen.

Alle Daten, die sie noch benötigt, wie z.B. die Karten, aber auch die Busverbindungen oder die Staumeldungen, kann sie sich aus dem Internet holen, wenn sie sie braucht.

Die Vorteile? Sie verbraucht nur wenig Speicherplatz auf deinem Gerät, die Informationen sind immer aktuell. Schneller ist sie auch.

Der Nachteil? Außerhalb des WLANs benutzt die App dafür dein Datenvolumen, dass du eigentlich lieber zum Abrufen von Mails oder für WhatsApp-Nachrichten verwendest.

Offline-Navigation

bedeutet, dass die Navigations-App unterwegs, außerhalb des WLANs, nicht auf das Internet zugreift. Die Karten, die sie benötigt, müssen vorher auf dem Gerät gespeichert werden.

Die Vorteile? Du hast unterwegs deine Luxuskarte, aber du brauchst keinen Internetzugriff und verbrauchst kein Datenvolumen. Deine Karte funktioniert auch im Funkloch. Akku sparst du auch.

Die Nachteile? Du musst vorher die Karten, die du benötigst herunterladen. Die Funktionen der App können eingeschränkt sein (z.B. nur Auto-Routing bei Google-Maps), und du bekommst keine aktuelle Stau-Information.

Was ist besser?

Das kann man nicht pauschal entscheiden, denn es kommt darauf an, was du genau tun möchtest, welches Gerät du hast, etc.

Welche Kosten verursachen Online- und Offline-Navigation?

Online-Navigation

Weil bei der Online-Navigation das Mobilfunknetz zum Zugriff auf das Internet benutzt wird, geht das auf Kosten deines Datenvolumens.

Wieviel Datenvolumen wird denn nun benutzt? Schwer zu sagen, aber  ich habe im Netz eines sehr gründlichen und aktuellen Beitrag dazu gefunden (Link: Tatsächlicher Datenverbrauch bei Navigations Apps). Deren Fazit:

Der Datenverbrauch im eigentlichen Navigationsbetrieb ist sehr gering. Bei einer kombinierten Strecke (Autobahn, Stadt und Landstraße) sind es etwa: Apple Maps: 10MB auf 100km, Google Maps: 13MB auf 100km, HereMaps, Scout & andere OSM Apps: 15MB auf 100km

Zum Vergleich:
Ein Foto deines Enkels, dass du in hoher Qualität mit Mail bekommst, hat leicht 3-5 MB – dann entsprechen 100 km ungefähr 2-3 Fotos.

Um den Datenverbrauch wirklich so gering zu halten, solltest du deine Reise vorher planen, d.h. dein Ziel schon zu Hause eingeben, und die Route schon suchen zu lassen. Das hat auch den Vorteil, dass du dein Ziel ganz in Ruhe eingeben kannst. Zu Hause schaust du dir die Route auch an. Wenn dir bei längeren Strecken Alternativen angeboten werden, dann entscheide dich schon mal für eine, und starte die Navigation schon mal (du kannst sie ja auch wieder stoppen).

Warum?
Du erreichst damit, dass die Daten, die dein Smartphone zur Navigation benötigst, schon weitgehend zu Hause auf dein Gerät heruntergeladen werden. Dein Smartphone legt sie sich sozusagen „schon mal auf den Schreibtisch“ und holt sich unterwegs nur noch Ergänzungen.

Offline-Navigation

Kosten für die Karten

Weil Karten zeichnen schon immer eine große Kunst war, und sehr viele Daten dafür gesammelt werden müssen, gibt es diverse Navigations-Apps, bei denen offline-Karten kostenpflichtig sind. Bei den beiden Apps, über die wir hier reden – Google-Maps und Maps.Me – sind die offline-Karten jedoch kostenlos .

Andere Resourcen:

Speicherplatz:
Die Offline-Karten werden auf deinem Gerät gespeichert. Und dieser Platz steht für anderes, z.B. Apps oder Fotos, nicht zur Verfügung. Bei Android-Geräten lässt sich das durch die Nutzung von externen SD-Karten abmildern. Bei offline-Karten auf iPhone/iPad solltest du daran denken, sie zu löschen, wenn du sie nach der Reise nicht mehr benötigst.

Google-Maps benötigt Google-Benutzernamen:
Um bei Google Offline-Karten herunterzuladen und auf dem Smartphone zu speichern, musst du einen Google-Benutzernamen haben und mit dem angemeldet sein. Android-Smartphones sind meist sowieso bei Google angemeldet, aber bei iPhone/iPad nervt das.

Maps.Me macht mindestens Werbung für sich selbst:
Mit OpenStreetMap benutzt Maps.ME eine Karte, die ehrenamtlich von den weltweiten Internetnutzern erzeugt wurde, damit sie jedem zur Verfügung steht. Deshalb ist es nur fair, dass man sich hier nirgends registrieren muss, um sie zu benutzen. Die App selbst nervt durch die Aufforderung, sie im App-Store zu bewerten. Ob es im Laufe der Zeit noch weitere Werbung gibt, weiß ich nicht. Bisher kann ich damit gut leben.

Handy-Navigation im Auto – Darf ich das?

Als Autofahrer darf ich mein Smartphone während der Fahrt nicht benutzen. Was bedeutet das für die Handy-Navigation?

Die einfachste Lösung: Ihr fahrt zu zweit, und der Beifahrer bedient das Smartphone. Dann ist der Fahrer nicht abgelenkt, alles im grünen Bereich. Und sonst? Dieser Artikel der Frankfurter Rundschau lässt sich so zusammenfassen: Wichtig ist es, vor dem Losfahren die Route einzugeben und die Navigation zu starten – um das Smartphone nicht während des Fahrens in die Hand nehmen zu müssen.

Mindestens so wichtig ist die Frage, wie das Smartphone befestigt wird. Wenn es dir reicht, die Route angesagt zu bekommen, dann kann das Smartphone in deiner Handtasche bleiben, oder auch dort, wo der Autohersteller es vorgesehen hat. Wenn du die Karten während der Fahrt sehen möchtest, brauchst du eine Handyhalterung, mit der du das Smartphone an der Konsole so befestigen kannst, dass du das Display siehst.

Unabhängig davon, für welche App zur Handy-Navigation du dich entscheidest, bitte denke an zwei Dinge:

Im Auto: Handyhalterung

Kümmere dich um die Frage, wie du dein Smartphone verkehrssicher befestigst, so dass es bei einem Unfall oder einer Notbremsung sich nicht zu einem Geschoß verwandelt, sondern an seinem Platz bleibt, und du damit gegebenenfalls Hilfe holen kannst.

Im Auto: Ladekabel

Außerdem sorge dafür, dass du dein Smartphone während der Fahrt auflädst. Entweder hat dein Auto eine USB-Buchse, oder du brauchst einen Adapter USB nach Zigarettenanzünder. Das ist besonders  notwendig, wenn du die online-Navigation benutzt. Die Nutzung der mobilen Daten kostet nämlich Akku-Kapazität, auch wenn nicht so viele Daten übertragen werden.

Wie geht die Benutzung von Offline-Karten? Bekomme ich das alleine hin?

Gut erklärt, ist das nicht schwierig. Weiter unten steht die Schritt-für-Schritt-Anleitung, sowohl für Google-Maps als auch für Maps.Me

Und was mache ich nun?

Wie gesagt, das kommt drauf an – und deshalb habe ich ein paar Argumente gesammelt:

Argumente für Online-Navigation

Datenvolumen verfügbar, keine Funklöcher zu befürchten

Du hast genug Datenvolumen, du bist in Deutschland, oder im europäischen Ausland (kein Zusatzkosten für Daten-Roaming).

Mit Google-Verkehrsinfos gegen den Stau

Ferienbeginn, alle Autobahnen sind überfüllt, aber du hast einen Beifahrer oder eine Handy-Halterung dabei: Das sind gute Gründe, Google-Maps online zu benutzen – denn die Google-Verkehrinformationen sind besser als die im Radio oder die des eingebauten Auto-Navis.

Öffentlicher Nah- und Fernverkehr in einer fremden Stadt

In einer fremden Stadt willst du wissen, wann der nächste Bus nach irgendwo geht: Da ist die Google-Maps online konkurrenzlos vollständig.

Für iPhone/iPad: apple-Maps oder Google-Maps?

Normalerweise bin ich mit Apple-Maps völlig zufrieden – nur wenn das Verkehrschaos groß ist, oder die öffentlichen Verkehrsmittel nicht verfügbar sind, lohnt es sich, stattdessen Google-Maps zu benutzen.

Dein Gerätespeicher ist knapp ?

Du hast deinen Gerätespeicher sowieso schon ziemlich voll? Deine Apps hast du bereits aufgeräumt? Deine Fotos hast du schon auf den PC oder in die Cloud verschoben? Vorallem bei alten Geräten passiert das schon mal.

Bei iPhone/iPad bist  du dann auf die Online-Navigation angewiesen. Bei Android-Geräten kannst du vielleicht noch auf deine externe Speicherkarte (micro SD-Karte) ausweichen.

Was muss du für Online-Navigation tun?

Apple-Maps

Nichts – außer möglichst die Route schon zu Hause zu suchen und vielleicht die Navigation schon mal zu starten. Sicherheitshalber schaue trotzdem in den Einstellungen nach, dass Apple-Maps Mobile Daten benutzen darf.

Google-Maps

Bitte schaue nach, ob du für Google-Maps die Nutzung des Mobilfunknetz erlaubt hast:

Auf Android-Geräten startest du dazu Google Maps, und rufst du das Menü auf. Dazu tippst du im Suchfenster auf die 3 waagerechten Strichen. Irgendwo in der Mitte des Menüs befindet sich bei Android ein Schalter „nur WLAN“. Wenn du unterwegs online navigieren willst, dann muss er ausgeschaltet sein.

Beim iPhone/iPad musst du Google-Maps erst aus dem App-Store installieren. Danach gehst du in die Einstellungen, suchst nach Google Maps, und kontrollierst, dass die die Nutzung der mobilen Daten erlaubt ist.

Argumente für offline-Navigation

Gerät ohne Mobilfunkanschluss

Du hast ein Android-Tablet oder ein iPad, das nur mit WLAN ins Internet kommt? Und du willst die „schönen“ Karten unterwegs trotzdem benutzen? Das geht nur mit offline-Karten.

Unterwegs im außereuropäischem Ausland

Innerhalb Europas sind die Roaminggebühren abgeschafft. Auch wenn es hier Einschränkungen gibt (z.B. ist die Schweiz nicht dabei, hier musst du in deinem Tarif nachschauen), betrifft das Thema Daten-Roaming im Wesentlichen das außereuropäische Ausland. Hier ist es auf jeden Fall eine gute Idee,  sich vorher offline-Karten auf  dein Smartphone oder Tablet zu laden.

Funklöcher und Gegenden mit langsamen Mobilfunk

Du planst eine Wanderung in einem wunderbaren Naturpark? Und wie gut ist dort die Netzabdeckung? Könnte es sein, dass dort ein Funkloch ist? oder dein Mobilfunkbetreiber dort nur ein langsames Datennetz anbietet?  Dann ist es besser, die Karte schon offline auf dem Smartphone zu haben.

Schlapper Akku oder lange Wanderung?

Die Nutzung der mobilen Daten kostet Akku-Kapazität, auch wenn nicht besonders viele Daten übertragen werden. Im Auto ist das nicht so schlimm, weil man dort das Smartphone nachladen kann. Auf dem Fahrrad oder beim Wandern geht das leider nicht. Wenn der Akku deines Smartphones schon etwas älter ist, oder die Fahrradtour oder die Wanderung etwas länger ausfällt, dann kann das ein Problem sein.

Eine Lösung dafür ist eine sogenannte Powerbank. Das ist ein externen Akku. Wenn du den in der Tasche hast, kannst du dein Smartphone daran hängen. Was jedenfalls nicht passieren sollte: Du hast am Ende eines Fahrrad- oder Wandertages ein Problem und brauchst Hilfe. Wenn du telefonieren willst, merkst du, dass deine Akku-Kapazität aufgebraucht ist. (Für jemanden, der oft lange draußen unterwegs ist, ist die Akku-Kapazität sogar ein Argument für eine separates Outdoor-Navigationsgerät.)

Wenn du offline-Karten benutzt, hast du dies Problem zwar auch, aber es ist geringer – denn die dauernde Nutzung von mobilen Daten benötigt Strom.

Welche App: Google-Maps oder Maps.Me?

Apple-Maps hat keine Offline-Karten, sondern hat die online-Karten so optimiert dass sie sehr kompakt sind, und während der Navigation wenig Daten verbraucht werden. Deshalb vergleiche ich hier nur Google-Maps und Maps.Me.

Auch das ist Ermessenssache:

Vorteile von Google-Maps:
Du weißt schon, wie es bedient wird und musst dich nicht auf eine andere Bedienung einstellen.

Nachteile von Google-Maps:
Wenn du Google-Maps mit offline-Karten benutzt, hast du nur die Navigationsfunktion für das Auto. Die schöne Unterstützung von öffentlichen Verkehrsmitteln, Fußgängern und Fahrrad entfällt, genauso wie die aktuellen Verkehrsinformationen. Außerdem musst du dich für den Download der offline-Karten bei Google anmelden. Das nervt vorallem iPhone/iPad Benutzer*Innen.

Kartenaktualisierung bei Google-Maps:
Du kannst deine Karten aktiv selbst aktualisiersen. Wenn du das nicht machst, dann macht Google es nach 30 Tagen automatisch.

Vorteile von Maps.Me:
Du hast auch offline die Möglichkeit nach Fahrrad, Fußgänger oder öffentlichem Nahverkehr zu suchen. Die dazu notwendigen Information stecken in der Karte. Um Verkehrsinformationen abzufragen, gibt es einen separaten Knopf. Natürlich geht das über mobile Daten, aber du weißt das auch.

Nachteile von Maps.Me:
Die Bedienung ist neu.

Kartenaktualisierung von Maps.Me:
Dir wird angezeigt, wann es eine neue Version gibt, aber den Download musst du selbst anstoßen.

Man kann übrigens auch beides nebeneinander benutzen. Besonders dort, wo man zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, ist das sinnvoll.

Google-Maps: Offline-Karten download

Die Anleitung diesmal als Diashow. Zum Blättern auf die rechts oder links auf die Pfeile klicken, oder mit den Punkten unten navigieren:

  • Google-Maps: rechts oben kommst du zum Menü

Maps.Me: Offline-Karten download

Du installierst die App und startest sie – als erstes läd er eine grobe Weltkarte und deine Umgebungskarte herunter.  Sehr praktisch, aber wie lädst du deine Urlaubskarten herunter?

Dazu gibt es zwei Möglichkeiten – über die Länder/Karten-Liste oder durch Navigation. Wahrscheinlich ist der Weg über die Navigation einfacher für dich.

Karte aus der Liste herunterladen

Du blätterst oder suchst in der Länderliste, und dann innerhalb des Landes nach der Karte(n), die du brauchst:

  • Map.Me Offline-Navigation: Karte Laden 01
    In der Fußzeile: Menu aufrufen:

Durch Navigation

Die Idee ist einfach: Du startest bei deinem Standort, und zoomst solange heraus, bist du ganz Europa siehst. Von hier kommst du leicht zu deinem Zielort, und zoomst wieder rein. Wenn Maps.Me die besser Karte braucht, meldet es sich!

  • Maps.Me - Offline Navigation - Kartendownload 10
    Ich sehe meinen Standort und zoom raus, ich ziehe die Karte also zusammen

 

 

 

 

 

 

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