Manchmal ist das Leben so unendlich gemein!  Dann bist du mit deiner Freundin in dem neueröffneten Café verabredet und die Adresse steht noch nicht im Stadtplan! Oder du besuchst endlich die Stadt deiner Träume und bräuchtest erstmal einen Geldautomaten – viel zu banal für deinen Reiseführer.

Und jetzt? Was würde deine Enkelin jetzt tun? Die wüsste, wie die Handy-Navigation auf ihrem Smartphone funktioniert!

Zeit, dass du dich damit beschäftigst! Navigations-Apps versprechen dir genau das: Nie wieder orientierungslos!

Eine Handy-Navigation, die keine Wünsche offen lässt – was könnte die?

Wenn du im Netz nach Handy-Navigation suchst, bekommst du eine lange Trefferliste.  Dort werden so viele  Apps zur Handy-Navigation angepriesen  – kostenfreie und kostenpflichtige, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Um sich hier zu orientieren, musst du verstehen, auf was es ankommt:

Dein Standort

Dein Smartphone erkennt deinen Standort mit dem GPS-Empfänger. So einen Empfänger haben alle Geräte, und das GPS-Signal ist unabhängig vom Mobilfunknetz. Du musst nur darauf achten, dass der GPS-Empfänger eingestellt ist, und dass deine Navigations-Apps darauf zugreifen können. Im nächsten Kapitel steht, wie du das nachprüfst.

Die Karte: detailliert und aktuell

Zur Orientierung braucht es eine Landkarte. Und was ist bei Landkarten und Stadtplänen richtig blöd? Wenn sie falsch oder veraltet sind. Verschiedene Apps benutzen unterschiedliche Karten. Und die App kann nicht besser als die benutzte Karte sein.

Informationen zur Umgebung:

Hast du schon mal irgendwo in der Pampa gestanden und dich gefragt, in welcher Richtung du zur nächsten Tankstelle kommst? Hast du schon mal nach einem freien Campingplatz in der Hauptsaison gesucht? Das ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, vorallem wenn es keine komplette Liste gibt. Wie dankbar bist du da für eine Karte, in der du suchen kannst.

Weg von A nach B (Routing):

Die Handy-Navigation soll dir nicht nur einen guten Weg von deinem Standort zu deinem Ziel heraussuchen, sondern dich auch freundlich dorthin lotsen.

Karte auch offline:

Zu Hause, faul auf dem Sofa, brauche ich keine Landkarte, es sei denn, ich plane eine Reise. Karten brauche ich unterwegs!  Und zwar, ohne mein mobiles Datenvolumen zu belasten. Erst recht Im Ausland, denn ich schalte Daten-Roaming meist aus. Und um bei der Stadtbesichtigung in New York oder bei der Wanderung im Harz nicht ohne Karte da zu stehen, möchte ich die Gegend, die ich brauche, lokal auf dem Gerät speichern.

Was kann die App im offline-Modus noch?

Hier unterscheiden sich die Karten und die Apps.  Die Funktionalität ist bei allen, wenn sie online auf Internet zugreifen können, höher.

Benutzung einer fertigen Route:

Inzwischen gibt es unendliche Mengen von fertigen Fahrrad- und Wanderrouten, die in einem Format vorliegen, die Navigationssysteme lesen können. Und die möchte ich auch auf dem Smartphone benutzen können.

Die verschiedenen Aspekte sind zu umfangreich, um sie in einem Artikel abhandeln zu können. Ich habe es daher auf mehrere Artikel einer Serie verteilt. In diesem ersten Abschnitt prüfst du, ob dein Gerät auf deinen Standort zugreifen kann, und probierst die verschiedenen Karten aus.

Standort/Ortung eingestellt?

Bevor du weiterliest, prüfe am besten sofort, ob bei dir die Erkennung des Standorts eingestellt ist:

iPhone/iPad:

Einstellungen aufrufen,  Datenschutz, Ortungsdienste:
Hier ist ein Schalter zum Ein- und Ausstellen der Ortungsdienste.

Außerdem siehst du hier alle Apps, denen du erlaubt hast, auf die Ortungsdienste zuzugreifen.

Android:

Einstellungen/Verbindungen/Standort – Hier stellst du hohe Genauigkeit ein.

Apps zur Handy-Navigation

Es gibt zahllose Apps zur Handy-Navigation. Davon schauen wir uns 3 näher an:

  • Apple-Maps – iPhone/iPad
    Handy-Navigation: Apple-Mapsvon Apple – denn sie ist  auf jedem iPhone und iPad installiert. Du musst sie nur noch benutzen. Für Android-Geräte gibt es sie nicht.

 

 

  • Google-Maps – Android und iPhone/iPad
    Handy-Navigation: Google-Mapsvon Google, vorinstalliert auf Android-Smartphones. Für iPhone/iPad ist sie verfügbar und kostenfrei installierbar.

 

 

  • Maps.MeAndroid und iPhone/iPad
    Handy-Navigation Maps-mevon my.com (gehört https://corp.mail.ru/en/). Es hat mehrere Gründe, warum ich sie als Vergleichsmaßstab nehme:
    – Sie ist kostenfrei und anerkannt gut. Wenn man nach empfehlenswerten Reise-oder Outdoor-Apps sucht, ist sie meistens dabei.
    – Als Kartenmaterial benutzt sie OpenStreetMap. OpenStreetMap ist ein Projekt, dass mich mindestens so sehr fasziniert, wie Wikipedia: Das ist eine detaillierte, aktuelle Weltkarte, die von „allen“, von vielen, vielen Freiwilligen weltweit, Menschen wie du und ich, zusammengetragen wurde und daher öffentlich ist.  Lass dir das nochmal auf der Zunge zergehen: Eine detaillierte Weltkarte, die einfach so entstanden ist und erstaunlich korrekt und aktuell ist. Für mich eindeutig ein Projekt aus dem „guten“ Internet, über das ich gerne erzähle (Link zum Projekt)
    – Die App selbst ist open source, d.h. der Programmcode, die innere Struktur, ist öffentlich. Die Geschichte des Internets hat gezeigt, dass das eine der besten Wege zu stabilen und sicheren Programmen ist.

Ende der Theorie.  Lasst uns die Dinge gleich auf dem Handy anschauen und live vergleichen – Installier dir bitte:

Android:

Handy-Navigation: Playstore Wenn du ein Android-Gerät hast, installierst du dir Maps.Me am besten gleich aus dem Google Play Store.

Apple (iPhone/iPad):

Handy-Navigation: Apple App StoreWenn du zur Apple-Fraktion gehörst: auch Du installierst dir Maps.Me – und vielleicht zum Vergleichen auch Google-Maps. Beide findest du im Apple App-Store.

Die verschiedenen Karten

Im WLAN

Starte jetzt deine Apps. Wenn du im WLAN bist, und wenn du den GPS-Empfang eingeschaltet hast, dann zeigen dir Apple  und Google  eine Karte deiner Umgebung, und haben deinen Standort mir einem blauen Fleck markiert. Beide holen sich die Kartenschnipsel, die sie dafür brauchen, aus dem Internet – je besser also dein WLAN, um so besser flutscht das.

Maps.Me dagegen arbeitet nur auf offline-Karten. Wenn für deinen Standort noch keine Karten auf dem Gerät ist, dann wird sie jetzt erstmal geladen. Wenn das fertig ist, dann siehst du auch hier eine Karte mit deinem Standort.

Bei allen drei Karten kannst du jetzt mit dem Finger die Karte auseinanderziehen, um hinein zu zoomen, und zusammenziehen, um ein größeres Gebiet zu übersehen.

Apple-Maps

Handy-Navigation: Apple-Maps-02 Der Bildschirm sieht ungefähr so wie links aus.  Dort, auf der Karte gibt es 3 Eingabeknöpfe:

i – rechts oben:
damit stellst du die Kartenansicht ein
Pfeil – unter dem i:
zurück zum eigenen Standort
Ganz unten, über der Home-Taste:
Suchfeld.

Apple-Maps: Kartenansichten:

Apple hat 3 verschiedene Kartenansichten:  Karte, ÖPNV, Satellit. Zwischen diesen Ansichten kannst du einfach hin-und herschalten: auf der Karten ist rechts oben eine Taste mit einem i (wie Information): Karte ist die normale Straßenkarte, ÖPNV zeigt das Bus/Bahn-Netz, und Satellit zeigt Satellitenbilder.

Abhängig von der aktiven Kartenansicht kannst du dir die aktuelle Verkehrssituation (Karte, Satellit) oder Beschriftungen (Satellit) anzeigen lassen.

Verkehrssituation:
Wenn der Schalter Verkehr eingeschaltet ist, werden dir die aktuellen Staus angezeigt – jedenfalls die, die Apple kennt.

Apple: Einen Ort suchen

Wenn dich nicht dein aktueller Standort interessiert, sondern irgendein Ort auf dieser Welt, dann hast du zwei Möglichkeiten: Entweder verschiebst du die KArte solange, bist du angekommen bist, oder du gibst die Adresse unten in das Suchfensterchen ein. Bei bekannten Sehenswürdigkeiten, wie dem Eiffelturm oder dem Brandenburger Tor, kannst du auch das eingeben. Versuch es mal mit einem der beiden!

Apple: Satellitenansicht

Und schalte dann zur Satellitenansicht um (i-> Satellit) – und du siehst den Eiffelturm von oben, und bekommst angezeigt, dass die Straße daneben gesperrt ist. In dem „Schaltkistchen“ auf der Karte ist jetzt ein weiterer Knopf aufgetaucht – mit dem kannst du zwischen 2D und 3D umschalten.

Schalte bitte auf 3D… und schon kannst du mit den Fingern den Turm so verschieben, dass du drumherum gehen kannst.  Faszinierend… ich bin gerade auf dem Broadway spazierengegangen. Damit kannst du deine Reisen vor- und nachbereiten, oder deinen Enkel erzählen, wo du groß geworden bist, ….

Apple: Fly-Over

Apple hat in der Karten-App einige Sightseeingtouren versteckt. Suche im Suchfenster, in der Satellitenansicht z.B. nach London.  Du siehst London von oben, und hast ganz unten einen Knopf flyover. Und schon geht die Tour los… – das funktioniert für einige Städte – hier ist die Liste der Fly-Over Städte.

Zurück zum Standort

Kommt man bei Apple mit dem kleinen Pfeil unter dem i.

Google-Maps

Handy-Navigation: Google-Maps 02Auch hier musst du dich erstmal orientieren:

Suchfeld:
das ist bei Google ganz oben

Kartenansicht:
die stellst du mit dem Knopf mit dem gestapelten Quadraten ein.

Eigener Standort:
Links unten ist ein Knopf mit einem runden Symbol, der dich zu deinem Standort zurücl bringt.

Google-Maps – Kartenansicht:

Solange du nicht nach einem Ort gesucht hast, schaltest du in der Fußzeile zwischen Erkunden, Auto, ÖPV/ÖPNV um. Wenn in der Fußzeile der Ort steht, tippst du stattdessen auf den Knopf mit den gestapelten Quadraten, und kannst dort die Ansicht deiner Handy-Navigation verändern:

Verkehrssituation:
Wenn du in Auto aktivierst siehst du Verkehrsdichte, Baustellen und Straßensperrungen. Freunde im Großraum Köln/Düsseldorf schwören deshalb auf Google, denn damit haben sie morgens eine Chance, die Autobahn zu erwischen, die am wenigsten verstopft ist.

ÖPNV:
Um das Bus/Bahnnetz zu sehen, stellst du in der Fußzeile ÖPV/ÖPNV ein. Wenn du auf eine Haltestelle tippst, wird dir die Bus/Zugnummer angezeigt, un bei tippen auf die Nummer sogar der Fahrplan. Und zwar nicht nur in den großen Städten!

Satellitenbild:
Mit dem runden Knopf mit dem gestapelten Quadrat kannst du die Kartenansicht wechseln. Die Auswahlmöglichkeiten sind Standard, Satellit und Gelände.

In der Satellitenansicht kannst du auch etwas drehen, und Gebäude leicht schräg stellen (mit 2 Fingern parallel nach oben). So einen eleganten Spaziergang wie bei Apple kannst du nicht machen – dafür bekommst du sofort die Bewertungen von Sehenswürdigkeiten, Cafés etc. angezeigt, und – sofern es sie gibt – Fotos, die andere Benutzer hoch geladen haben. Sehr sehenswert sind beispielsweise die Fotos, die von der Reichstagkuppel hochgeladen wurden.

Zurück zum Standort:
Bringt dich bei Google der Knopf mit dem runden Kreis.

Maps.me

Handy-Navigation: Maps.Me 02

Hier sind die Knöpfe auf der Karte etwas anders. Diese Handy-Navigation hat weder ÖPNV noch Satellitenbild.

Verkehrssituation
Solange du im WLAN bist, kannst du dir hier mit der Ampel (links oben) die Verkehrssituation anzeigen lassen.

Zurück zum Standort:
Bringt dich auch hier der Knopf mit dem Pfeil oder der mit dem runden Kreis. Die Ansicht ändert sich bei mir.

Zum Suchen geht es links unten,  mit dem plus- und Minus-Zeichen kannst du die Kartenauflösung vergrößern und verkleinern.

Vergleich der Karten

Um es vorweg zu sagen: Wir meckern auf hohem Niveau. Alle drei Karten haben einen Qualität, wie wir sie uns vor 10 Jahren nicht hätten vorstellen können.

Jede Karte hat ihre eigene Stärken: Beim Spiel mit den Satellitenbildern und dem fly-Over ist  Apple unerreicht. Das macht so richtig Spaß, und man kann sich da ganz leicht festspielen.

Bei Google gefällt mir die Verkehrs- und die ÖPNV-Informationen. So genau und aktuell :das ist schwierig zu toppen.

Map.Me ist pragmatisch und auf Orientierung unterwegs optimiert. Da brauche ich keine Satellitenbilder.

Die Genauigkeit der Karten kann man nur von Fall zu Fall beurteilen – dort wo man sich selbst auskennt:

Ich habe mir den Teufelberg in Berlin angesehen, und bestätigt gefunden, was ich mir schon gedacht hatte: Der Weg vom Drachenberg zum Radarberg ist fälschlicherweise als kleine Straße, und nicht als gepflasterter Fußweg eingetragen. Das hatte ich schon vermutet, denn ich habe dort in den letzten Monaten immer wieder Autos getroffen, die dort nichts zu suchen haben.

Ausblick

Für den ersten Teil reicht es. Ihr habt jetzt Stoff genug zum Ausprobieren und Testen. Viel Spaß dabei! Alle, die sowieso gerne Karten lesen, sind jetzt erstmal beschäftigt!

 

 

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