Was ist eigentlich die CLOUD?

Alle reden sie von der CLOUD – Zeit, es mal zu erklären! Vorallem benutzt du vermutlich längst einen Cloud-Speicher, ohne es zu wissen. Hier erkläre ich, was du davon hast und wo die Risiken liegen. Und als konkrete Belohnung erkläre ich, wie dir die Cloud ermöglicht, deine Smartphone-Fotos auf dem PC zu anzusehen.

Auf deinem Smartphone ist ein süßes Foto – von deinem Baby-Enkelkind, oder von deinem Hund, als er noch ganz klein war, oder aus dem letzten Urlaub. Technisch gesagt: Jedes dieser Lieblingsfotos besteht aus einem Sack von Nullen und Einsen, die jetzt auf deinem Smartphone gespeichert sind. Solange du dein Smartphone in der Hand hast, und es funktioniert, kannst du dies Foto ansehen – und zwar brillanter, als auf jedem Papierabzug.

Umgekehrt heißt das aber auch: kein Smartphone – kein Foto. Und weil es nunmal immer mal vorkommt, dass ein Smartphone (oder auch eine Digitalkamera oder ein Tablet oder …) verschwindet, oder kaputt geht, wäre es sehr schade, wenn auch deine Lieblingsfotos verloren wären!

Es ist daher ein naheliegender Wunsch, die Lieblingsfotos, oder eine Kopie der Lieblingsfotos noch auf einem anderen Gerät zu speichern. Das könnte z.B. dein Laptop sein, aber genauso gut ein Computer irgendwo im Internet. Dieser Computer irgendwo im Internet, genau das ist die Cloud, d.h. es gibt Firmen, die Computer mit viel Speicher ins Internet stellen, und es uns ermöglichen, dort unsere Daten zu speichern.

Welche Vorteile hat die Speicherung in der CLOUD?

  • Schutz deiner Daten bei Geräteverlust:
    Daten, die in der Cloud gespeichert sind, sind von deinem lokalen Gerät unabhängig. Manchmal gibt es eine lokale Kopie, manchmal nicht.
  • ein Profi macht die Datensicherung:
    Wann hast du das letzte Mal deine Daten gesichert? Also: ich bin da etwas schlampig. Für mich ist es besser, wenn ein Profi die Datensicherung meiner Daten übernimmt.
  • Zugriff von mehreren Geräten:
    Auf Daten, die ich in der Cloud gespeichert habe, kann ich von verschiedenen Geräten zugreifen. Ich könnte z.B. die Fotos, die ich mit dem iPhone gemacht habe, gleich auch dem iPad vorführen.

Wo sind die Risiken?

  • Wo sind die Daten gespeichert?
    Welche Datenschutzgesetze gelten? Hier haben europäische oder deutsche Anbieter den Charme, dass sie Gesetzen unterliegen, die wir kennen.
  • Was ist, wenn das Internet ausfällt?
    Oder der Cloud-Anbieter Konkurs macht? Dann wäre es schon besser, eine lokale Kopie zu haben!
  • Wie sieht es mit der Datensicherheit aus?
    Je nachdem, wie sensibel die Daten sind, muss man sich die Frage stellen, ob das Passwort stark genug ist und ob/wo die Daten verschlüsselt werden. Weil ich davon ausgehe, dass unsere Daten vorallem ziemlich unkritische Fotos und unsere Kontakte sind, diskutiere ich das hier nicht weiter. Das Bundesamt für Informationssicherheit(BSI) hat dort mehr Informationen zusammengestellt (hier).

Was ist noch zu beachten?

  • Komfortable Bedienung:
    Für mich ist es wichtig, dass die Benutzung komfortabel ist. Am liebsten ist es mir, wenn es einfach funktioniert, und ich nichts oder nicht viel machen muss.
  • Datenaustausch:
    Gelegentlich möchte ich Daten mit anderen austauschen, die zu groß für Mail sind, oder die von anderen bearbeitet werden sollen. Der Cloud-Speicher, den ich dafür benutze, muss von verschiedenen Bestriebssysteme (Windows, Android, iOS (iPhone/iPad), Linux) zugreifbar sein.
  • Kosten:
    Bei den meisten Cloud-Speichern ist ein Basispaket kostenfrei. Wenn man mehr Platz benötigt, bezahlt man eine monatliche Gebühr.

Welche Anbieter gibt es?

Cloud-Speicher wird von vielen angeboten. Ich kann und will hier nur die Clouds von Apple und Google vorstellen, an denen man bei der Benutzung von Smartphones fast automatisch vorbeikommt, und die sehr einfach zu benutzen sind.

  • Apple: iCloud
    Wenn du ein iPhone oder ein iPad hast, dann benutzt du wahrscheinlich die iCloud bereits – auch wenn dir das vielleicht nicht bewußt ist. Alle anderen habe (fast) nichts damit zu tun.
  • Google Drive
    Als Android Benutzer hast du einen Google-Benuzter, und damit Zugriff auf Google Drive

Mir ist wohl bewußt, dass beide Lösungen die Daten in den USA speichern, also nicht den deutschen Datenschutzgesetzen unterliegen – dafür sind sie gut in dein Gerät integriert. Für mich ist eine automatische Datensicherung, die in den USA liegt, besser als keine Datensicherung.

Wenn du seit Snowden Baucheschmerzen mit einer Datenspeicherung in den USA hast, dann schau dir die Magenta-Cloud der deutschen Telekom an:
https://cloud.telekom-dienste.de/.  Du bekommst 10 GB Cloud-Speicher kostenfrei, wenn du ein Telekom-Kunde bist, sogar 25 GB. Es gibt sowohl für Android als auch für iOS Apps zum Zugriff, genauso wie du vom PC darauf zugreifen kannst. In den Apps kannst du auch ein automatisches Backup einstellen. Eine automatische Fotosynchronisation habe ich nicht gesehen. In der Handhabung fand ich es etwas umständlicher, und gelegentlich ziemlich langsam.

Apple: iCloud

Dein iCloud-Speicher

Wenn du ein Apple-Gerät benutzt, dann hast du eine Apple-ID mit zugehörigem Passwort. Die Apple-ID ist dein Ausweis in der Apple-Welt.

Du kennst deine Apple-ID nicht? Rufe deine Einstellungs-App auf. Tippe auf deinen Namen. Dann siehst du die Apple-ID direkt unter deinem Namen. Typischerweise ist das deine Mailadresse.

Der Cloud-Speicher, den die Firma Apple betreibt heißt iCloud. Zu jeder Apple-ID, auch zu deiner, gehören kostenfrei 5 GB iCloud-Speicher. Mehr Speicher muss man dazu kaufen – zur Zeit (März 2018) kosten 50 GB 0,99 EUR/Monat.

In der Einstellungs-App tippst du wieder deinen Namen an. Einige Zeilen weiter unten siehtst eine Zeile iCloud. Bitte tippe sie an. Dann wird dir angezeigt, wieviel iCloud speicher du hast, und wieviel Speicher noch frei ist.

iCloud-Nutzung: Backup

Unter einem Backup versteht man eine Datensicherung, d.h. eine Kopie deiner Nutzerdaten. Normalerweise machen iPhone und iPad immer, wenn ihr Akku geladen wird, eine Datensicherung.

Das kannst du selbst kontrollieren:

Einstellungs-App aufrufen, auf deinen Namen tippen, iCloud auswählen.
Dort findest du eine lange Liste mit Apps, die die iCloud verwenden.  Ganz unten findest du iCloud-Backup. Bitte tippe das an und kontrolliere, dass das eingestellt ist.

Warum das wichtig ist? Es kann immer geschehen, dass dein Gerät geklaut wird, oder dass du die PIN vergißt. In beiden Fällen bist du auf die Datensicherung angewiesen. Daraus kannst du ein Ersatzgerät wieder mit deinen Daten füllen. Nach dieser Wiederherstellung (Restore) fühlt sich das Ersatzgerät ungefähr so an, wie du es gewohnt bist.

iCloud-Nutzung: Datensynchronisation zwischen verschiedenen Geräten

Die zweite Nutzung der iCloud ist die Datensynchronisation zwischen verschiedenen Geräten. Ich sagte ja schon: manchmal wäre es schön, die Fotos mit dem iPhone zu machen, und dann auf dem iPad (oder auch dem Apple-TV) vorzuführen.

Wenn bei dir eingeschaltet ist:

Einstellungs-App, dein Name, iCloud, Fotos:
Ist bei dir iCloud-Fotomediathek angeschaltet?

dann kannst du über das Internet auf deine Fotos zugreifen:

Auf dem PC gibst du in deinem Internet-Browser ein:

icloud.com

Danach kannst du deine Apple-ID und dein Passwort eingeben. Es dauert einen Moment, und dann bekommst du eine Seite mit den bekannten Symbolen.

Wähle die Fotos aus: oben kannst du auswählen, ob du Fotos oder Alben sehen möchtest. Durch doppelklicken wählst du ein Foto aus. Rechts oben tauchen jetzt einige Symbole aus. Wichtig ist die Wolke. Damit lädst du dies Foto (aber nur dies Foto) auf deinen PC.

Wenn du es auswählst, wirst du gefragt, ob du es öffnen oder ob du es speichern willst. Wenn du es speicherst, wird es in deinem Download-Ordner (meist <Benutzername>/Downloads) auf deinem PC gespeichert.

iCloud-Nutzung: Fotos in voller Auflösung (ab iOS 11)

Leider läßt sich auf iPhone/iPad der Speicher nicht erweitern. Irgendwann ist er mit Fotos und Apps gefüllt. Um diesen Zeitpunkt herauszuzögern: Auf dem mobilen Gerät wird das Foto in geringerer Auflösung gespeichert. In voller Schönheit liegt das Foto dann noch in der iCloud. Dadurch passen mehr Fotos auf den iPhone. Nur wenn du das Foto ausdrucken willst, musst du es aus der iCloud holen.

Android: Google Drive

Wie immer bei Android: es gibt nicht nur eine, sondern mehrere Möglichkeiten. Google bietet eine Variante. Die großen Hersteller, z.B. Samsung, bietet eine eigene Implementierung, genauso wie es herstellerunabhängige Lösungen gibt (Dropbox, magenta). Ich habe mir die von Google angesehen, in der Hoffnung, dass sie auf den meisten Android-Geräten funktioniert.  (Samsung Tablet, Android 7)

Google bietet eine ähnliche Funktionalität an. Auch hier brauchst du erstmal deinen Benutzernamen. Das ist die Google-Email-Adresse (z.B. ottoorange0@gmail.com), die du auf deinem Smartphone benutzt, und für die du ein Passwort hast.

Google Drive stellt stellt 15 GB Cloud-Speicher kostenfrei zur Verfügung. Die nächste Größe sind 100 GB, die 1,99 EUR (März 2018) kosten.

Um die Synchronisation anzustellen, rufst du die Einstellungs-App auf und suchen dort nach Cloud und Konten, dort Sichern und Wiederherstellen. Ich habe dort im Abschnitt Google-Konto sowohl Datensicherung als auch Automatisch wiederherstellen eingestellt.

In der Google-Foto App solltest du nachschauen, ob die Foto-Sicherung eingeschaltet ist:
App Google-Fotos aufrufen.
links oben, 3 Striche
Einstellungen/Sichern und Synchronisieren
Sichern und Synchronisieren: AN
Uploadgröße: hohe Qualität
Sicherung über Mobilnetz: Fotos & Videos: AUS (wenn du regelmäßig im WLAN bist)

In der Google-Foto-App kannst du erkennen, ob die Fotossicherung abgeschlossen ist. Du erkennst es an der kleinen Wolke rechts oben in der Foto-App. Ein kleines Häkchen sagt, dass alles gut ist.

Auf deine Daten kannst du vom PC aus zugreifen.

Für die Fotos gibtst du im Internet-Browser ein:
https://photos.google.com/

Wenn du noch nicht bei Google angemeldet bist, musst du das jetzt tun.

Für andere Daten:
https://drive.google.com

Und jetzt als Video

Auf youTube habe ich ein Video gefunden, dass nochmal ganz gut wiederholt:

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